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Ostersonntag im ZDF-Programm Barbara Wussow: Albtraumreise zum Traumschiff

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Wien. Heide Keller ist Geschichte, die Neue auf dem „Traumschiff“ heißt Barbara Wussow. In der Rolle der Hoteldirektorin Hanna Liebhold ist sie am Ostersonntag erstmals in der Malediven-Folge des ZDF-Klassikers zu sehen. Und hat reichlich zu tun:

Seit Mitte Januar ist die 57-Jährige für vier Monate auf Reisen, um neue Folgen zu drehen. Vor ihrer Abreise haben wir uns über die Traumrolle auf dem Traumschiff, das Wiedersehen mit ihrer „Schwarzwaldklinik“-Liebe Sascha Hehn und ein albtraumhaftes Erlebnis unterhalten:

Frau Wussow, wie viele Koffer nehmen Sie mit, wenn’s für vier Monate aufs Traumschiff geht?

Zwei, mehr brauche und darf ich nicht.

War denn auch Platz für das eine oder andere Maskottchen?

Natürlich. Ich hab ganz viele Glücksbringer und vor allem von meiner Tochter kleine Stofftierchen im Gepäck. Der Nachttisch in meiner Kabine sieht dann vermutlich aus wie ein kleiner Altar, auf dem ich auch noch Bilder der Kinder und meines Mannes unterbringen werde.

Haben Sie an Medikamente gegen Seekrankheit gedacht?

Ja, davon nehme ich einen ganzen Haufen mit (lacht). Ich bin ja schon mal seekrank gewesen, das war wirklich heftig. Passiert ist es, als wir von den Kapverdischen auf die Kanarischen Inseln gefahren sind und zwölf Stunden lang ordentlichen Seegang hatten. Abends gab’s dann noch eine Autogrammstunde im zehnten Stock, und es ging ständig rauf und runter. Das war kein Spaß.

Bedenken, beim Traumschiff zuzusagen, hatten Sie aber nicht, oder?

Eigentlich nicht. Erstens gibt’s tolle Chemie, und zweitens ist ja auch nicht immer ein solcher Seegang.

Wissen Sie denn schon, wo Sie sein werden, wenn Ostern die erste Folge mit Ihnen ausgestrahlt wird?

Zu meinem Geburtstag am 28. März und über Ostern bin ich in Japan. Ich fliege jetzt erst mal nach Mexiko und gehe dort aufs Schiff, dann geht es über San Francisco und Los Angeles nach San Diego, von dort aus nach Hawaii, und dann haben wir acht Seetage für die Fahrt nach Japan. Die Japan-Folge können wir dann aber noch nicht drehen, weil die Kirsche noch nicht blüht – also fliegen wir wieder zurück, machen den Landdreh für die Hawaii-Folge weiter und fliegen dann mit allen 40 Beteiligten zum Landdreh noch mal nach Japan. Von da aus fliegen wir nach Dubai, gehen dort wieder aufs Schiff und fahren dann über Jordanien und Jemen weiter. Das erfordert alles eine unglaubliche Logistik.

Worauf freuen Sie sich besonders, wenn’s jetzt losgeht?

Auf die Wärme. Auf Hawaii werden wir wohl um die 33 Grad haben, aber in Japan wird’s schon wieder deutlich kühler. Mein Daunenmantel kommt also auf jeden Fall wieder mit. Ich freu mich auf Kollegen wie Gila von Weitershausen und Christoph M. Orth, die ich wahnsinnig mag, aber auch auf das Team und die Kollegen, die ich noch nicht kenne. Und natürlich auf meine drei Männerfreunde Sascha Hehn, Nick Wilder und Harald Schmidt. Nicht so schön finde ich, dass ich jetzt so lange weg bin.

Wie sind Ihre bisherigen Erfahrungen?

Ich war ja schon mit dem Traumschiff auf den Malediven, das war unwirklich schön. Ich habe in einem Bungalow über dem Wasser gewohnt – ein Wahnsinn auf 120 Quadratmetern. Mit drei Terrassen, von denen aus man die göttlichen Sonnenauf- und -untergänge beobachten konnte. Der Weg vom Restaurant zu den Bungalows war abends immer beleuchtet mit Dufträucherstäbchen, nach denen die ganze Insel duftete – einfach unbeschreiblich schön, auch wenn ich dann später ganz komisch aufs Schiff gekommen bin.

Wieso komisch?

Wir hatten auf den Malediven den Landdreh gemacht, dann war ich eine Woche zu Hause und sollte auf den Kapverdischen Inseln aufs Schiff gehen. Aber da gibt’s zwei Inseln, die ganz ähnlich heißen. Und man schickte meine Kostümbildnerin und mich auf die falsche Insel. Da saßen wir also an einem Sonntag im afrikanischen Nirgendwo.

Und dann?

Das ZDF und die Produktionsfirma fragten sich natürlich, wo wir beide abgeblieben sind. Als klar war, was passiert ist, war die Frage natürlich: Wie kriegen wir die jetzt aufs Schiff? Wir saßen dann erst mal vier Stunden auf einem Flughafen, auf dem nichts los war. Außer einem einzigen Café gab’s da gar nichts. Schließlich wurden wir abgeholt und in ein kleines Fischerdörfchen gebracht, wo wir dann wieder bis abends um acht herumsaßen. Schließlich kamen zwei ältere Herren und brachten uns hinter einen Stacheldrahtzaun in ein Fischerboot, in das man uns und meine Koffer verfrachtete. Und dann ging’s in der Finsternis los aufs offene Meer.

Wie schön.

Im Nachhinein kann ich darüber lachen, aber es war schon heftig. Wir fuhren also 20 Minuten mit dieser Nussschale aufs offene Meer hinaus in Richtung MS Amadea, die irgendwo da draußen war. Irgendwann zeigte sich am Horizont ein kleiner Lichtpunkt, der schließlich zum 200 Meter langen Schiff wurde.

Ende gut, alles gut?

(lacht) Noch nicht. Die kleine Nussschale schmiegte sich also ans Kreuzfahrtschiff, oben ging eine Luke auf, und da standen dann der Herstellungsleiter, der Regisseur und ein paar andere. Ich hab raufgeschaut und gefragt: Habt ihr eine Vorstellung, wie ich da jetzt hochkommen soll? Sie haben uns tatsächlich eine Strickleiter heruntergeschmissen – und ich dachte nur: Das kann jetzt nicht euer Ernst sein, dass ich in der Nacht auf offener See diese Strickleiter raufkrabbele. Ein sehr netter Steward kam runter, den habe ich gefragt, ob er sicher ist, dass ich das kann. Er sagte: Ja, Sie können das, Sie sind eine starke Frau. Am Ende hab ich’s gemacht, mit Daunenmantel, Schwimmweste und Handtasche diese Strickleiter hoch. Hinter mir war ein Matrose, um mich abzusichern. Aber ich hätte nicht ausrutschen dürfen, zumal die MS Amadea ja noch fuhr, wenn auch ganz langsam.

Das hätte sich nicht jeder getraut.

Ja, aber ich hatte es geschafft, war oben. Und kaum war ich da, hieß es: Sofort auf die Bühne, es werden gerade alle Schauspieler den Passagieren vorgestellt. Ich hab nur gesagt: Das glaubt ihr jetzt nicht, dass ich hier mit Daunenmantel und Handtasche übers Schiff renne und mich auf die Bühne stelle. Am Ende habe ich aber auch das gemacht und bin im Galopp übers Schiff auf die Bühne gestürmt.

Respekt.

Das haben wohl nicht nur Sie gedacht (lacht). Ich hab das ganze wohl so gut hingekriegt, dass wir zwei Tage später im Hafen von Santa Cruz die ganze Geschichte noch mal nachgestellt und gedreht haben – somit ist sie in der Folge zu sehen. Aber natürlich mit einem stehenden Schiff, am Tag und mit mir in Kostüm und Maske. So komme ich jetzt also tatsächlich aufs Traumschiff.

Das wurde also noch nachträglich ins Drehbuch aufgenommen?

Ja. Hanna Liebhold, also die von mir gespielte Hoteldirektorin, hat auf dem Traumschiff angeheuert, musste aber wegen eines kranken Passagiers noch länger an Land bleiben und mit dem Wasserflugzeug nachkommen. Im Drehbuch stand zunächst, dass ich von einem Hubschrauber herabgelassen werde, aber zum Glück fand sich kein passender Hubschrauber (lacht).

Wandelt sich das „Traumschiff“ jetzt zum Abenteuerformat?

Nein (lacht). Aber spannend war’s schon. Ich hab schon gesagt, dass ich jetzt immer so spektakulär aufs Schiff kommen möchte. Die Gangway hochlaufen kann ja jeder.

Eigentlich heißt es ja über „Traumschiff“-Schauspieler, dass sie arbeiten, wo andere Urlaub machen.

„Das Traumschiff“ ist wirklich etwas ganz Spezielles. Natürlich hat es auch mit Arbeit zu tun. Wenn man dreht, steht man um halb sechs auf, ist um halb sieben in der Maske, dreht zwölf Stunden und weiß nie, wie die Bedingungen sind – wackelt’s heute oder wackelt’s nicht? Man muss im Stand-by-Modus auf dem Schiff bleiben und kann nicht nach seinen Drehtagen einfach wieder abhauen. Aber es ist eben auch ein Traumurlaub, etwas Einmaliges. Deshalb bleiben so viele ja auch so lange dabei.

Sind die Gagen für „Traumschiff“-Schauspieler vielleicht niedriger als bei anderen Rollen, weil man ja quasi den Traumurlaub kostenlos dazubekommt?

Nein. Ich habe mir meine Tagesgage in den letzten 36 Jahren erarbeitet, und das ist auch in Ordnung so.

Mit Sascha Hehn verbindet Sie ja eine Fernseh-Liebesgeschichte sondergleichen – in der „Schwarzwaldklinik“ waren Sie so etwas wie das Traumpaar der Deutschen. Wie war das Wiedersehen auf dem „Traumschiff“?

Schön. Ich hab mich sehr auf ihn gefreut, schließlich hab ich ihn vor 35 Jahren ja mal geheiratet.

Und jetzt müssen Sie wieder bei null anfangen?

Nein, jetzt ist er ja der Kapitän, da geht nichts (lacht). Es ist gut so, wie es ist: Er ist mein Kapitän, und es ist sein Schiff. Mehr ist da nicht vorgesehen.

Sie haben mal gesagt, seine Küsse blieben für Sie unvergesslich.

(lacht) Es war ja auch mein erster Filmkuss. An den ersten Kuss seines Lebens denkt doch jedes Mädchen und jeder Bursch zurück. Bei mir war’s eben der Sascha.

Wie halten Sie als Computerhasserin Kontakt zu Ihrer Familie?

Ich habe gelernt, mit den Neuen Medien umzugehen, auch wenn ich sie nicht so sehr mag. Dennoch kann ich jetzt mit Whatsapp umgehen und habe auch skypen gelernt.

Das Traumschiff: Malediven. ZDF, Ostersonntag, 20.15 Uhr.

Barbara Wussow

wird am 28. März 1961 in München als Tochter der späteren Burgschauspieler Klausjürgen Wussow („Schwarzwaldklinik“) und Ida Krottendorf geboren. Auch ihr Bruder Alexander wird später Schauspieler. Schon mit vier Jahren besucht sie eine Münchner Ballettschule, mit sechs zieht sie mit der Familie nach Wien, wo sie 1979 ihre Matura (Abitur) macht.

Sie studiert an der Akademie der bildenden Künste Wien Bühnenbild und Kostümbild und schließt 1983 erfolgreich ab. Bereits 1982 lernt Barbara Wussow den Schauspieler Albert Fortell (Bild) kennen, den sie 1990 heiratet. Die beiden werden Eltern ihres Sohnes Nikolaus (geb. 1998) und der Tochter Johanna (2005). Sie nimmt Schauspielunterricht unter anderem bei ihrer Mutter und studiert in der Wiener Schauspielschule Krauss. 1984 debütiert sie im Theater in der Josefstadt.

Mitte der 80er-Jahre folgt der Durchbruch beim Fernsehen, als sie in der populären ZDF-Reihe „Die Schwarzwaldklinik“, in der ihr Vater den Professor Brinkmann spielt, die Rolle der Lernschwester Elke übernimmt. Dennoch bleibt sie dem Theater treu, steht in München, Wien, Berlin und auch bei den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg auf der Bühne. 2018 wird sie als Nachfolgerin von Heide Keller für die ZDF-Reihe „Das Traumschiff“ verpflichtet.

Mit ihrem Ehemann lebt Barbara Wussow in Wien, engagiert sich vielfältig für Organisationen wie SOS-Kinderdörfer, Ärzte ohne Grenzen oder die Aktionen „Lebensrecht für alle“ und „Künstler helfen Künstlern“ und ist zusammen mit ihrem Bruder Alexander Botschafterin der Deutschen Kinderkrebsnachsorge.


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