Interview zum „Joshua-Profil“ Sebastian Fitzek: Ich kriege mysteriöse Botschaften per Mail

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Berlin. Am Karfreitag zeigt RTL die Verfilmung von Sebastian Fitzeks Thriller „Das Joshua-Profil“. Im Interview sprechen der Autor und sein Hauptdarsteller Torben Liebrecht über eigenartige Fan-Post, Vorbehalte gegen deutsche Genre-Produktionen und eine Kritik, die Fitzek zur „Nulllinie der deutschen Literatur“ erklärt.

Der RTL-Thriller „Das Joshua-Profil“ (Karfreitag, 20.15 Uhr) erzählt von einem erfolglosen Thriller-Autor, der nichts ahnend in eine mörderische Verschwörung verwickelt wird. Geschrieben hat die Geschichte der sehr erfolgreiche Autor Sebastian Fitzek. Vor der Ausstrahlung haben wir Fitzek und den Hauptdarsteller Torben Liebrecht gesprochen.

Herr Fitzek, im Roman beginnt die Geschichte vom „Joshua-Profil“ mit einem mysteriösen Anruf. Kriegen Sie auch manchmal solche Botschaften?

Sebastian Fitzek: Ich kriege eher mysteriöse E-Mails. Erst gestern hat mir jemand geschrieben, er hätte einen guten Buchtitel für mich: „Der Baum“. Hmmm. Mehr stand nicht drin. Ein anderer hat mir mal geschrieben: „Wann geben Sie sich endlich zu erkennen“? Und einmal hat mir jemand kommentarlos zwölf Euro zugeschickt; ich weiß bis heute nicht, wieso.


Was haben Sie mit dem Geld gemacht?

Fitzek: Versucht, es wieder loszuwerden. Ich habe sogar bei Facebook gefragt, ob irgendjemand vergessen hat, eine Nachricht dazuzulegen. Am Ende habe ich es heimlich in die Kaffeekasse der Firma gesteckt.

Ihr RTL-Redakteur hat bei der „Joshua-Profil“-Premiere sauber zwischen Krimi und Thriller unterschieden. Wie trennscharf sind die Begriffe für Sie?

Liebrecht: Es sind andere Genres mit eigenen Regeln. Der Krimi ist ein Whodunit, bei dem der Kommissar am Ende den Bösewicht präsentiert. Beim Thriller weiß man das schon in der Mitte und beobachtet das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Gut und Böse.

Fitzek: Wahrscheinlich gibt’s Millionen Definitionen. Für mich steht beim Krimi auch die Suche nach dem Täter im Mittelpunkt, die ein professioneller Ermittler leitet. Ein klassisches Thriller-Element in „Joshua-Profil“ ist [die Hauptfigur] Max Rhode, der als Otto Normalverbraucher ins kalte Wasser des Verbrechens stürzt. Man kann sich in jeder Sekunde fragen: Was würde ich tun? Das wird dann auch diskutiert: Würde ein normaler Mensch zu einem wildfremden, halb verbrannten Selbstmörder ins Krankenhaus fahren, nur weil der am Telefon darum bittet?

(„Safehouse“: Wie gut ist das Brettspiel von Sebastian Fitzek?)

Würden Sie?

Fitzek: Als neugieriger Autor würde ich es tun. Die Frage nach der Wahrscheinlichkeit ist für die Leser jedenfalls wichtig. An der Uni Koblenz-Landau habe ich neulich einen Vortrag über die fiktive Realität halten dürfen; da war meine Kernthese: Normale Menschen machen in der Realität so absurde Dinge, dass ich sie im Roman abändern muss, damit es geglaubt wird. Wenn ich in der Zeitung lese, dass eine gebildete Anwältin sich im Psycho-Knast in einen brutalen Sexualstraftäter verliebt und ihm zur Flucht verhilft – dann muss ich dasselbe in der Fiktion zumindest heftig unterfüttern.

Solche Erwägungen fließen auch in den Roman ein, weil der Held Max Rhode ein Autor ist, der über das Schreiben nachdenkt. Der Film übernimmt das sogar – zum Beispiel mit Anspielungen auf eine Rhode-Verfilmung von RTL.

Fitzek: Über den Gag habe ich mich auch gewundert, vor allem weil es um die „Blutschule“ geht. Den Roman habe ich – unter dem Pseudonym Max Rhode – ja wirklich geschrieben. Und ich glaube nicht, dass RTL sich wirklich an den Stoff rantraut. Das ist ein Horrorroman.

Liebrecht: FSK 21.

Im Fitzek-Thriller „Das Joshua-Profil“ gerät der Schriftsteller Max Rhode (Torben Liebrecht) in eine blutige Verschwörung, die seine Tochter Jola (Lina Hesker) das Leben kosten kann. Foto: RTL, Boris Laewen

Rhode sagt, dass seine Figuren sich im Idealfall vom Konzept lösen und ein Eigenleben entfalten. Ist das bei Ihnen auch so?

Fitzek: Ja, klar. Ich dachte, meinen Max Rhode kenne ich – aber beim Schreiben hat er sich extrem geändert. Das gilt auch für seinen Bruder Cosmo, der nie diese große Rolle kriegen sollte. Der hat sich den Raum einfach genommen. Gerade bei Max dachte ich, dass ich nicht recherchieren muss; wie der Alltag eines Schriftstellers abläuft, weiß ich schließlich. Und auch in einen erfolglosen Schriftsteller kann ich mich versetzen.

Wie denn? Ihr erster Roman war gleich ein Bestseller.

Fitzek: Und trotzdem musste ich erstmal einen Verlag suchen. Die Lesung, die wir im Film zeigen, habe ich eins zu eins genauso erlebt, in Rostock. Damals stand ich mit „Amok-Spiel“ in der Bestsellerliste, die Buchhändlerin hatte Anzeigen in der Zeitung geschaltet – und am Ende kam eine Handvoll Leser, von denen drei Mitarbeiter der Buchhandlung waren.

Bei dieser Szene haben Sie einen selbstironischen Gastauftritt als Buchhändler, und das, Herr Fitzek, ermutigt mich, Sie mit ein paar Worten aus der Kritik zu ärgern. Denis Scheck …

Fitzek: Haha, ich weiß schon, was kommt!

… kommentiert jeden Monat die Bestsellerliste, und über Sie findet er die deutlichsten Worte.

Fitzek: Ich kenne das nur aus Interviews, in denen man mir das vorliest. Was haben Sie denn rausgesucht?

Denis Scheck findet Sie „talentlos, klischeeverhaftet und – mit Verlaub – dumm“, nennt Ihre „Geil-auf-Gewalt-Prosa“ die „Nulllinie der deutschen Literatur“, schlägt den Namen Fitzek als „Eichmaß für die größte Menge an Zumutungen pro Seite“ vor und vermutet, Sie geben Ihre Manuskripte in Keilschrift beim Verlag ab.

Fitzek: Welchen Autor hat Denis Scheck entdeckt und gefördert? Wem hat er als Literaturkritiker zum Durchbruch verholfen? Bei Ranicki, bei Elke Heidenreich fallen einem Dutzende ein. Wenn er dafür bekannt sein will, dass er die Umsatzbringer des deutschen Buchhandels diffamiert, soll er das machen. Für mich ist das belanglos. Er hat noch nicht mal eine Auswirkung auf Autoren, die er mag. Wenn Elke Heidenreich ein Buch empfohlen hat, haben die Buchhändler die Sektkorken knallen lassen. Das hat Auflagen verdoppelt. Denis Scheck arbeitet sich seit zehn Jahren an mir ab, warum auch immer. Er ist bekannt dafür, dass er Bücher in den Mülleimer wirft. Ich bin bekannt dafür, dass ich Menschen zum Lesen bringe. Mit dieser Aufgabenverteilung kann ich gut leben.

(Auf der Homepage von Schecks ARD-Sendung „Druckfrisch“ können Sie einige der Verrisse nachlesen.)

Wie ist das bei Ihnen, Herr Liebrecht? Beschäftigt Sie Kritik?

Liebrecht: Ich bin zum Glück als Mensch stabil genug, um zu wissen, dass man es nie allen recht machen kann. Ich kann nur versuchen, mich selbst so authentisch wie möglich einer Geschichte auszusetzen und keine faulen Kompromisse einzugehen.

Fitzek: Wenn ich noch eins ergänzen darf: Natürlich setze ich mich sehr intensiv mit Kritik im Allgemeinen auseinander. Ich wäre der Letzte, der behauptet, dass meine Bücher perfekt sind. Es gibt kein einziges Buch von mir, das ich nicht noch mal umschreiben würde. Für Autoren geht die Kritik schon vor der Veröffentlichung los. Mein Literaturagent Roman Hocke war der Lektor von Michael Ende, ein sehr kritischer Mensch. Ich habe zwei Lektorinnen, einen Redakteur und viele Menschen in meinem Umfeld, die auch kein Blatt vor den Mund nehmen. Die alle lesen die erste, zweite und dritte Fassung meiner Bücher. Alle sind kritisch, aber sie helfen mir. Das ist meine Faustregel: Kritik ist, was einen weiterbringt. Und das gilt nicht nur für Autoren.

Sondern für wen noch?

Fitzek: Für alle. Mit dem Internet ist auf einmal jeder der Kritik ausgesetzt: Wenn Sie einen Artikel schreiben, haben Sie sofort kritische Kommentare darunter. Jede Kassiererin im Supermarkt muss heute damit rechnen, dass ihre schlechte Laune bei Facebook kommentiert wird. Ich habe drei Kinder – Mädchen verbringen Stunden damit, am Kamerawinkel ihrer Selfies zu feilen, damit sie sich keinen bösen Kommentar einfangen. Aber bei jeder Kritik muss man sich zuallererst fragen: Was ist die Intention? Wenn mir jemand sagt: Sebastian, ich mag dich, aber hier bist du weit hinter deinen Möglichkeiten geblieben – dann muss ich mir das anhören, egal, wie sehr es schmerzt. Wenn jemand kritisiert, weil er seine Einschaltquote steigern will – dann richtet er seine Intention nur auf sich selbst. Da kann man sofort auf Durchzug schalten. Ich frage mich immer: Will er, dass ich besser werde? Oder will er, dass ich aufhöre?

Liebrecht: Das ist wie bei Karl Popper: Man muss zwischen Idee und Ideologie unterscheiden. Es herrscht so eine Unkultur der Keyboard Warriors. Immer erstmal negativ kommentieren. Was soll dieser merkwürdige Negativismus?

Fitzek: Am Ende reden wir über Geschmack. Dem einen schmeckt Cola light, dem nächsten nicht. Was soll man dazu sagen? Ich maße mir nicht an, den Geschmack anderer Menschen zu bewerten.

(„Abgeschnitten“: Rechtsmediziner Michael Tsokos über die Zusammenarbeit mit Sebastian Fitzek)

Als Buchhändler sagen Sie im RTL-Film über die Thriller Ihrer Figur etwas dasselbe: Die Kritik rümpft die Nase, aber mir gefällt’s. Wie ordnen Sie sich selbst ein? Eher bei der Cola light oder eher an der Seite von Stephen King – den auch Denis Scheck für einen großen Autor hält.

Fitzek: Komischerweise – den mag er. Ich selbst würde mir nie einen Platz in der Literaturgeschichte zuweisen. Ich freue mich, wenn ich den Europäischen Krimipreis kriege, ich freue mich, wenn man mich Poetik-Vorlesungen halten lässt. Aber das zu planen, wäre der Anfang vom Ende. Ich mache das, was ich gern mag, und habe das Glück, dass andere es auch mögen. Ich habe keinen Plan, was ich sein will. Ich wollte nicht mal Autor werden. Das kann man gar nicht planen. Es klingt esoterisch, aber bei mir ist es einfach passiert: Ich saß beim Arzt, habe gewartet, dass meine Freundin wieder rauskommt, und habe mir vorgestellt: Was wäre, wenn sie da nie wieder rauskommt? Und plötzlich hatte ich eine Geschichte. Ich wusste nicht mal, dass es ein Psycho-Thriller ist. Das habe ich erst gelernt, als die Verlage mir geschrieben haben: Für deutsche Thriller sehen wir keinen Markt. Sieh an, habe ich mir gesagt, das hast du da also geschrieben. Ich hatte gar nicht so viele Psycho-Thriller gelesen. Stephen King kannte ich, aber ich habe auch Tom Wolfe gelesen, Edgar Allan Poe, alles querbeet.

Konzipieren Sie Ihre Bücher inzwischen denn etwas bewusster?

Fitzek: Überhaupt nicht. Es klingt komisch, aber mein einziges Konzept ist: Schreiben, was mich interessiert. Ich habe eine Idee, und alles weitere macht mein Unbewusstes. Meinen Debüt-Roman habe ich einem wirklich guten Freund zu lesen gegeben. Der hat mich dann an einen gemeinsamen Freund erinnert, der an einer psychischen Krankheit gestorben ist, und gesagt: Da hast du doch genau das verarbeitet, was wir damals erlebt haben. Wenn man darauf achtet, ist es völlig offensichtlich. Aber auch, wenn es mir kein Mensch glaubt: Beim Schreiben war es mir nicht bewusst. Und deshalb wurde das Buch erfolgreich: Die Leute spüren, dass da etwas Persönliches drinsteckt.

Wie kam es zu der Einschätzung, es gäbe keinen Markt für deutsche Thriller – die Sie ja offenbar widerlegt haben?

Fitzek: Da nehme ich mich gar nicht so wichtig: Es gab vor mir schon gute deutsche Thriller auf dem Buchmarkt: Petra Hammesfahr, Frank Schätzing. Trotzdem haben die Verlage sich nicht so rangetraut. Torben, wie viel richtige Thriller hast du schon gespielt?

Liebrecht: Wenn man die Krimis rausnimmt, bleiben vielleicht noch zwei.

Fitzek: Mir ist dieser Satz bei der Filmförderung nämlich auch begegnet. Ich glaube, dass deutsche Thriller floppen, ist ein Vorurteil. Es werden einfach nur zu wenige gemacht. Statistisch floppen wahrscheinlich viel mehr deutsche Komödien, so voll, wie der Markt damit ist. Im Fernsehen ist es noch schwieriger, einen deutschen Thriller unterzubringen, als auf dem Buchmarkt.

Jantje Friese, die für Netflix die Serie „Dark“ geschrieben hat, gibt die Schuld daran dem Publikum. Zuschauer würden bei deutschen Produktionen nur auf den Realismus achten – und hätten deshalb Schwierigkeiten, Genre-Konventionen zu akzeptieren.

Liebrecht: Die Zuschauer akzeptieren mehr, wenn es nicht bei uns spielt. Skandinavien scheint für uns mit einer dunklen Stimmung aufgeladen zu sein, deswegen lieben wir den Scandic Noir. Dieselben Geschichten wirken in Deutschland ganz anders. Die Area 51 ist in den USA, deshalb gucken wir Alien-Filme eben auch nur, wenn sie aus den Staaten kommen. Fremde Länder lösen Fantasien aus; in deutschen Geschichten findet sofort der Abgleich mit der eigenen Lebenswirklichkeit statt.

Fitzek: Ich würde es trotzdem nicht aufs Publikum schieben. Es gibt ganz einfach Entscheider, die ihr Gespür für den Markt überschätzen. In der Eisenbahn habe ich einmal einen schwedischen Verleger kennengelernt, der mir gesagt hat: Er ist sehr stolz darauf, dass er der einzige Verleger ist, der „Harry Potter“ zweimal abgelehnt hat. Der war sich wie alle anderen ganz einfach sicher, den Markt zu kennen. Das Buch wurde reihenweise abgelehnt. Keiner hat es gelesen. Die haben einfach nur gesehen, wie dick es ist, und behauptet: Kinder lesen das nicht. Deshalb sage ich: Wir wissen nicht, was Menschen wollen. Marktforschung ist machtlos. Wenn man mich gefragt hätte, ob ich ein Buch über einen Mann lesen will, der auf dem Mars Ackerbau betreibt, wäre ich weggelaufen. „Der Marsianer“ war trotzdem ein Super-Buch; ich habe es geliebt!

Hat man bei RTL nicht genau mit diesen Vorbehalten zu tun? Besonders wenn der Sender dem Familienpublikum einen Stoff verkauft, in dem ein Kinderschänder aus der Forensik zum Sympathieträger wird?

Fitzek: RTL war in jeder Hinsicht sehr mutig. Die Sender haben sich lange Zeit nicht so darum gerissen. Ich glaube allerdings, dass die deutsche Thriller-Welle langsam ins Fernsehen überschwappt; auch wegen des Erfolgs von Formaten wir „Dark“. Der Druck auf RTL ist sogar noch größer: „Dark“ kann bei Netflix seine Zuschauer über Wochen einsammeln; das „Joshua-Profil“ hat bei RTL nur einen einzigen Abend, und das ist auch noch Karfreitag, wo das Konkurrenzangebot groß ist.

(„In der ARD unmöglich!“: Jantja Friese im Gespräch über ihre Netflix-Serie „Dark“)

Mussten Sie Zugeständnisse machen, die wehtaten?

Fitzek: Ich war sehr offen und habe mich einfach überraschen lassen. Bei einem Film von 108 Minuten mussten sie was weglassen. Ich habe nur festgelegt, was auf jeden Fall bleiben muss: der Bruderkonflikt.

Wäre ein Serienformat eine Alternative für die Verfilmung gewesen?

Fitzek: Ich habe in den letzten Jahren viel Serien geguckt und langsam genug davon. Serien erzählen den großen, horizontalen Bogen. Ich finde es ganz schön, wenn ein Film einen Anfang, eine Mitte und ein Ende hat – und ich nicht nach zehn Folgen in der Luft hänge, weil keine zweite Staffel kommt. Und inhaltlich werden Serien mittlerweile so kleinteilig – was da in einer Episode passiert, hätte „24“ in zehn Sekunden abgehandelt. Ich mag es, wenn ein bisschen was passiert. Meine Romane eignen sich wahrscheinlich nicht so für Serien. Allerdings werde ich öfter gefragt, ob ich nicht eine entwickeln möchte. Mehr würde mich aber interessieren, für den RTL-Film „Das Joshua-Profil“ einen zweiten Teil zu schreiben. Wir haben ein spannendes Figuren-Ensemble eingeführt, mit dem man weitermachen könnte.

J. K. Rowling hat in ihrer Karriere das Metier gewechselt und schreibt jetzt Drehbücher. Wäre das was für Sie?

Fitzek: Ich bewundere Rowling dafür, dass sie das kann. Für mich ist das ein Lernberuf. Jedes einzelne Gewerk beim Film ist eine eigene Kunst, auch das Casting. J. K. Rowling kann es; ich bleibe lieber beim Roman.

Herr Liebrecht, wir haben viel über konstruktive Kritik gesprochen. Sie haben Sebastian Fitzek bei seiner ersten Sprechrolle begleitet. Was war gut, was kann er noch besser machen?

Liebrecht: Er hat das sehr gut gemacht. Man merkt, dass Sebastian seine Rolle kennt. Die Szene ist ein schönes Kondensat aus 1000 echt erlebten Lesungen. Mir hat es Spaß gemacht zuzugucken. So viel, dass ich aufpassen musste, nicht selbst aus der Rolle zu fallen.


„Das Joshua-Profil“

Der Krimi-Autor Max Rhode lebt mehr schlecht als recht von der Erfindung spektakulärer Verbrechen. Als seine Pflegetochter Jola entführt wird, ist er plötzlich selbst die Hauptfigur einer hochkomplexen Intrige. Auf sich allein gestellt, versucht er seine, Familie zu schützen. Sein Gegner ist – die Polizei, die Rhode für den Täter hält. Eine Software, die Verbrechen aufdeckt, bevor sie geschehen, hat die Entführung vorhergesagt. Mit dem TV-Film „Das Joshua-Profil“ wagt RTL sich nach vielen Jahren wieder an einen eigenproduzierten Thriller. Angesichts einer gewalthaltigen Vorlage, die einen pädophilen Psychopathen zum Sympathieträger macht, ist das für den Familiensender eine Herausforderung. Mit „Passagier 23“ verfilmt RTL einen weiteren Fitzek-Thriller.

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