TV-Programm am Donnerstag Emotionale Frauenfreundschaft: „Doppelzimmer für drei“ im ZDF

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Beste Freundinnen: Hilde (Gesine Cukrowski), Anne (Simone Thomalla) und Conny (Nadine Wrietz, von links). Foto: Boris Laewen/ZDF/dpaBeste Freundinnen: Hilde (Gesine Cukrowski), Anne (Simone Thomalla) und Conny (Nadine Wrietz, von links). Foto: Boris Laewen/ZDF/dpa

Osnabrück. Später Kinderwunsch, Liebe für Dicke und Frauenfreundschaft: Der Spielfilm „Doppelzimmer für drei“ mit Sabine Thomalla, Nadine Writz und Gesine Cukrowski löst fast alle Probleme. Am 22. März 2018 um 20.15 Uhr im ZDF.

Conny ( Nadine Wrietz) ist eine gute Freundin. Das muss sie auch sein, denn Anne Arnstedt ( Simone Thomalla) ist völlig von der Rolle, seit ihr Mann Nico bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist. Die knapp 50-Jährige, die als Sommelier in einem Hamburger Nobelrestaurant arbeitet, verliert ihren Lebensmut und – noch wichtiger – als Teil ihrer Trauer ihren Geschmacks- und Geruchssinn. Conny, die im gleichen Restaurant an der Theke arbeitet, tröstet und stützt nicht nur, sie spielt auch Nase und Mund für Anne, damit deren Leiden nicht auffliegen und Anne ihren Job nicht verliert.

Alles wird anders, als Anne auf eine ziemlich schräge Idee kommt: Vor über zehn Jahren haben sie und ihr Mann Nico in Amsterdam befruchtete Eizellen einfrieren lassen – jetzt könnte sie posthum ein Kind von Nico bekommen. Klasse Idee, findet Conny. Total daneben, meint Hilde (Gesine Cukrowski), die dritte Freundin im Bunde – und sie sagt das auch deutlich.

„Es ist wichtig, aber megaschwer gegenüber Freunden unliebsame Wahrheiten auszusprechen“, sagt Nadine Wrietz im Gespräch mit unserer Redaktion, die selbst „so vier, fünf“ sehr gute Freundinnen und Freunde hat, mit denen sie schwierige Entscheidungen besprechen würde. „Am Ende ist es aber noch wichtiger, auch falsche Entscheidungen zu respektieren und mitauszuhalten.“ Das habe sie in ihrem eigenen Leben schon so erlebt.

Conny und Hilde unterstützen Anne also – und begleiten sie zur Kinderwunsch-Klinik „Nieuwe Hoop - Neue Hoffnung“ in Amsterdam. Dabei haben beide selbst ihre Päckchen zu tragen. Hilde leidet zum Beispiel darunter, dass sie ihren Job bei der Polizei aufgegeben hat und auf ihre Rolle als Hausfrau und Mutter reduziert wird – und überwacht aus falscher Besorgnis ihre Söhne. Conny ist unfreiwilliger Single, macht selbst Witze über ihre Figur - und flirtet mit einem falschen Profilbild auf Partnerschaftsbörsen im Internet.

Dick gleich dümmlich - das nervt!

„In diesem Film finde ich es stimmig, dass meine Figur zum Thema wird“, sagt Nadine Wrietz im Gespräch mit unserer Zeitung. „Das ist alles liebevoll und echt erzählt.“ Anders in so manch anderem Rollenangebot, das sie bekommt – und ablehnt. „Das sind Rollen, in denen dick und dümmlich gleichgesetzt wird. Ich kann das nicht verstehen, dass unsere Gesellschaft diese Klischees nicht langsam hinter sich lässt.“

Umso mehr freut sie sich über Rollen, „in denen meine Figur überhaupt keine Rolle spielt“ und in denen sie zeigen kann, „dass ich auch ernste Sachen spielen kann“. So wie in dem Kinohit „ Dieses bescheuerte Herz „, in dem Wrietz neben Elyas M’Barek die weibliche Hauptrolle spielt, die Mutter eines lebensbedrohlich herzkranken Sohnes. Hat diese Rolle ihrer Karriere genutzt? „Ich merke schon, dass ich anders wahrgenommen werde von Regisseuren oder Produzenten oder Kollegen. Für eine ernsthafte Kinorolle gibt es einfach mehr Anerkennung als für das Komödiantische im Fernsehen“, sagt Nadine Wrietz. Insofern sei sie „einfach nur froh, dass ich mich im Casting durchgesetzt habe und da mitspielen konnte“.

Ist Amsterdam nur was für Kiffer?

Doch auch in „ Doppelzimmer für drei “ hat sie gerne gespielt: komödiantisch, selbstironisch und immer an der Grenze zwischen Mut und Verzweiflung. Und auch der Drehort hat ihr gefallen: Amsterdam. „Ich war vorher noch nie in Amsterdam“, sagt sie. „Ich kannte die Stadt gar nicht und dachte immer, die sei nur was für Kiffer.“ Doch obwohl sich im November bei regnerischem Wetter Amsterdam nicht von seiner einladendsten Seite gezeigt hat, habe die Stadt sie „wirklich verzaubert“. „Schade war nur, dass wir aus produktionstechnischen Gründen nur drei Tage für die Außenaufnahmen dort waren“, sagt sie. „Von mir aus hätten wir da den ganzen Film drehen können.“

 

„Doppelzimmer für drei“, Donnerstag, 22. März 2018, um 20.15 Uhr im ZDF


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