TV-Programm am Dienstag „Start Up!“ – Neue Sat1-Gründershow mit Maschmeyer

Von Frank Jürgens


Osnabrück. Nach der Gründershow ist vor der Gründershow. Vor anderthalb Wochen erst endete die maue ProSieben-Show „Das Ding des Jahres“ mit schwachen Quoten. Jetzt will es Sat.1 besser machen. Bei „Start Up! Wer wird Deutschlands bester Gründer?“ setzt der Sender voll auf Carsten Maschmeyer.

Diese Programmplanung kann kein Zufall sein. Dienstagabend strahlt Sat1 die TV-Komödie „Liebe auf den ersten Trick“ aus, in der Veronica Ferres als Heiratsschwindlerin den armen Dieter Hallervorden um seine Millionen bringen will. Nur einen Tag später startet ihr richtiger Ehemann und Selfmade-Millionär Carsten Maschmeyer mit seiner eigenen neuen TV-Show auf Sat1.

„Start Up! Wer wird Deutschlands bester Gründer?“ heißt die Show, die insgesamt über acht Runden läuft. Am Ende winkt dem Gewinner oder der Gewinnerin die Möglichkeit, gemeinsam mit Maschmeyer ein Unternehmen zu gründen, für das er als Startkapital ein „Cash-Investment“ in Höhe von einer Million Euro bietet.

Moment – Carsten Maschmeyer? Sitzt der nicht seit dem Ausscheiden von Vural Öger bei den Juroren und Investoren in der „ Höhle der Löwen “? Jener Show, die sich bei dem zur RTL-Gruppe gehörenden Konkurrenzsender VOX zum Überraschungserfolg gemausert hat und in diesem Jahr bereits in die fünfte Staffel geht.

„Carsten Maschmeyer gehört zu den erfolgreichsten Unternehmern und Investoren Deutschlands. Er verfügt über einen enormen Erfahrungsschatz und ist deshalb für ‚Start Up!‘ die erste Wahl. VOX kannte die Pläne von Anfang an und arbeitet weiter vertrauensvoll mit Carsten Maschmeyer zusammen“, betont Astrid Quentell von der für beide Shows verantwortlichen Sony Pictures Film und Fernsehproduktions GmbH auf Anfrage unserer Redaktion.

Aber auch wenn beide Formate aus der gleichen Produktionsschmiede stammen, gibt es erhebliche Unterschiede zwischen beiden Shows. „Die Gründer-Talente, die sich bewerben, haben nur eine Idee, keinen Businessplan und oft noch nicht einmal einen Prototyp“, erläutert Quentell. „Der Pitch zu Beginn der ersten Folge ist bei ‚Start Up!‘ nur der Anfang: Danach beginnt die eigentliche Arbeit und die Kandidaten müssen in unterschiedlichen unternehmerischen Challenges zeigen, dass sie geeignet sind, ein Start-up aufzubauen und zu führen.“

„Challenges“? Das klingt dann ja beinahe wie ein Stückchen „Germany’s Next Top Model“. Zumal auch bei „Start Up!“ die Kandidaten in zwei konkurrierende Teams aufgeteilt werden. Nur dass die meisten potenziellen Unternehmer deutlich älter sein dürften und kaum ihre Körper vermarkten möchten. Sie müssen unter Zeitdruck illustre Stadtrundfahrten organisieren oder Überzeugungsarbeit bei wildfremden Passanten leisten. Zu diesem Zweck geht es quer durch die Weltgeschichte. Das Finale soll dann im Silicon Valley stattfinden, wo bereits Global Player wie Apple und Google einmal ganz klein angefangen haben.

Zu den Juroren zählen neben Maschmeyer die erfolgreiche Startup-Unternehmerin Lea Lange sowie Klaus Schieble, der als Geschäftsführer des zur Maschmeyer Gruppe gehörenden „Frühphaseninvestors“ „seed & speed“ tätig ist. Ergänzt werden die augenscheinlich nicht ganz uneigennützig agierenden Juroren schließlich noch von Matthew Mockridge, der den Kandidaten als Coach wertvolle Tipps und Tricks verrät und auch zwischen Kandidaten und Juroren vermittelt.

Man darf gespannt sein, ob „Start Up!“ besser läuft als die lustlos produzierte Gründershow „ Das Ding des Jahres “, die gerade erst vor anderthalb Wochen beim Sat1-Schwestersender ProSieben mit schwachen Einschaltquoten zu Ende ging. Aber das dürfte nicht allzu schwierig werden.