Do., 5.9., 20.15 Uhr, Arte Großartige australische Fernsehserie „The Slap“

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<em>Gleich knallt’s </em>ganz gewaltig: Die Geburtstagsparty für Hector (Jonathan LaPaglia) läuft aus dem Ruder. Foto: ArteGleich knallt’s ganz gewaltig: Die Geburtstagsparty für Hector (Jonathan LaPaglia) läuft aus dem Ruder. Foto: Arte

Osnabrück. Die Folgen einer kleinen Ohrfeige während einer zwanglosen Gartenparty steigern sich bis zur existenziellen Bedrohung für mehrere Anwesende. In der brillanten australischen Fernsehserie nach dem Bestsellerroman von Christos Tsiolkas bröckelt es gewaltig hinter gutbürgerlicher Fassade.

Einen Tag vor seinem 40. Geburtstag wartet Hectors (Jonathan LaPaglia) Frau Aisha (Sophie Okonedo) mit einer zwanglosen Gartenparty für ihren Liebsten auf. Der ist wenig begeistert. Schließlich drehen sich Hectors Gedanken schon beim Aufstehen ausschließlich um Connie, die quietschjunge Babysitterin mit dem gewissen Etwas. Außerdem hat sich auch noch Hectors nervtötende griechische Verwandtschaft angekündigt.

Als noch viel anstrengender entpuppt sich jedoch Hugo, der kleine Sohn des befreundeten Paares Rosie und Gary. Als Hugo mit einem Cricket-Schläger um sich wütet und auch noch Hectors Cousin Harry (Alex Dimitriades) gegen das Schienbein tritt, rutscht Harry die Hand aus. Diese eine Ohrfeige soll für alle Anwesenden unabsehbare Folgen haben...

Die Vorlage für die achtteilige TV-Serie „The Slap – Nur eine Ohrfeige“ lieferte der australische Schriftsteller Christos Tsiolkas mit seinem gleichnamigen Bestsellerroman. Wie in der Buchvorlage wechselt dabei die Perspektive zwischen acht Protagonisten. Jede Episode wird hier in der chronologisch fortlaufenden Handlung aus der Sicht einer anderen Figur erzählt. Dabei entwickelt sich ein äußerst interessantes Personengeflecht, das durch den dramatischen Strudel der Ereignisse als Folge der Ohrfeige in tiefe Abgründe blicken lässt und auch gerät.

Obwohl die Serie vor der Kulisse einer australischen Mittelschichtfamilie mit griechischen Wurzeln spielt, so ist ihre Aussagekraft doch universal. Es geht darin nicht nur um persönliche, sondern auch um ethnische Spannungen und unausgesprochene Vorurteile hinter der Fassade einer gutbürgerlichen Mittelschicht, unter deren Oberfläche es schon ziemlich lange brodelt. Eine Bagatelle genügt, und der Vulkan bricht aus. Auch – oder vielleicht gerade weil – hier keine einzige Figur als Sympathieträger taugt, vermag es jeder einzelne der acht gleichberechtigten Protagonisten, die Zuschauer in seinen Bann zu ziehen.

The Slap – Nur eine Ohrfeige, Arte. Donnerstags, ab 5.September jeweils zwei Episoden ab 20.15 Uhr.


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