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Porridge darf nicht klumpig sein

Verstanden sich auf Anhieb: Bianca Jagger und Sarah Käßmann, Tochter von Bischöfin Margot Käßmann.Verstanden sich auf Anhieb: Bianca Jagger und Sarah Käßmann, Tochter von Bischöfin Margot Käßmann.

Als Bianca Jagger am Donnerstagnachmittag von Berlin nach New York zurückflog, fiel Sarah Käßmann erst mal völlig erschöpft ins Bett. Fünf Tage lang hatte die 25-jährige Tochter der Hannoveraner Landesbischöfin Margot Käßmann die Menschenrechtlerin begleitet. Doch mit dem Arbeitstempo der Ex-Frau von Mick Jagger hatte sie nicht gerechnet.

"Es war anstrengend, aber sehr interessant", sagt Sarah. Ein Leben im Rampenlicht kenne sie ja bereits von ihrer Mutter im kleineren Rahmen. Aber das sei kein Vergleich zu Mrs. Jagger. "Pausenlos Blitzlichtgewitter, Händeschütteln, Einladungen, Termine, Presse, Anrufe, Mails - ihr Zeitplan ist so eng, dass Bianca Jagger von früh bis spät arbeitet und sogar nachts aufsteht, um Reden vorzubereiten. Hut ab! Das könnte ich nicht."

Käßmann war vom Tagungsbüro "Energie - Ressourcen - Frieden" beauftragt worden, Frau Jagger während ihres Besuchs in Osnabrück, Münster und Berlin rund um die Uhr zu assistieren, zu dolmetschen, zu organisieren und ihre Wünsche zu erfüllen - also ein Mädchen für alles. Dabei steht sie selber kurz vor ihrer Diplomarbeit zum Thema "Gerechter Krieg - Evangelische Positionen zur ethischen Legitimation militärischer Gewalt". Sarah Käßmann studiert Politikwissenschaften und Friedenskonfliktforschung in Marburg. Ihr ausgezeichnetes Englisch hatte sie sich während eines Austauschjahres in der elften Klasse in Kapstadt angeeignet. Das fünfte und sechste Studiensemester verbrachte sie am Institut für politische Studien in Rennes/Bretagne.

Als sie den Job an Jaggers Seite annahm, sei Käßmann gewarnt worden, die Frau sei eine launische Diva. "Stimmt nicht", weiß es Sarah besser. "Bianca ist eine liebenswürdige, ausgeglichene Frau und total cool drauf." So habe sie sich - weil ihr Flugzeug Verspätung hatte und keine Zeit mehr zum Einchecken im Hotel blieb - kurz vor Ankunft auf dem Osnabrücker Festakt auf der Damentoilette einer Autobahnraststätte umgezogen.

"Beim Porridge besteht Jagger jedoch auf Korrektheit", schließlich sei das ihre einzige Speise zum Frühstück. "Im Berliner Hotel Adlon ließ sie die Hafergrütze dreimal zurückgehen. Es war ihr zu klumpig." Im Osnabrücker Hotel Walhalla habe Jagger hingegen das beste Porridge ihres Lebens gegessen.


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