Miniserie im Bankenmilieu Starke Serie „Bad Banks“ startet bei Arte und ZDF

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Soll gegen ihren Arbeitgeber vorgehen: Jana Liekam (Paula Beer). Foto: ZDF/Sammy HartSoll gegen ihren Arbeitgeber vorgehen: Jana Liekam (Paula Beer). Foto: ZDF/Sammy Hart

Osnabrück. Der einhellige Tenor in der Presse lautet aktuell: die deutsche Serie ist im Kommen. Im Schatten von Leuchtturmprojekten wie „Babylon Berlin“ und „Dark“ hat man schon fast vergessen, dass es da ja noch das gute alte Free TV gibt. Mit dem Sechsteiler „Bad Banks“ legt nun auch das ZDF ein ambitioniertes Serienprojekt vor - und überzeugt.

Das US-amerikanische Kino hat das Thema Bankencrash mit „The Wolf of Wall Street“, „Margin Call“ und „The Big Short“ bereits weidlich verarbeitet. Die 6-teilige ZDF-Serie „Bad Banks“ taucht 10 Jahre nach der Finanzkrise in die Welt der Großbanken ein und erzählt auf spannende Weise von Menschen, die süchtig nach Erfolg und Anerkennung sind. Die ehrgeizige Bankerin Jana ( Paula Beer) wird von ihrer Bank in Luxemburg gefeuert, offenbar, weil ihr Vorgesetzter sich von ihr in den Schatten gestellt fühlt. Doch die gut vernetzte und geheimdiensterfahrene Investmentbankerin Christelle Leblanc ( Desirée Nosbusch) verschafft Jana einen neuen Job bei der Deutschen Global Invest in Frankfurt. Natürlich tut sie das nicht aus reiner Menschenliebe, denn, wie sie Jana einschärft: „Ab jetzt arbeitest du nur noch für dich!“ Leblanc ist für Jana fortan Mentorin und Strippenzieherin zugleich, und bald steht Jana vor dem Dilemma, dass sie gegen ihren neuen Arbeitgeber vorgehen soll, der sich fauler Geschäftsmethoden bedient.

Erfolgsmodell Writers‘ Room

Drehbuchautor Oliver Kienle („Auf kurze Distanz“, „Die Vierhändige“) entwickelte die Story zu „Bad Banks“ nach einer Idee der Produzentin Lisa Blumenberg. Gemeinsam mit den Autorenkollegen Jana Burbach und Jan Galli schloss er sich nach dem amerikanischen Vorbild des Writers‘ Rooms für einige Wochen ein und entwickelte nach intensiver Recherche den Plot und die Figuren für alle 6 Folgen. Erst später kam Regisseur Christian Schwochow hinzu, der bereits mit dem NSU-Fernsehfilm „Die Täter - Heute ist nicht alle Tage“ zeigte, dass er die Balance zwischen Spannung und Tiefgang beherrscht. Dass auch „Bad Banks“ erzählerisch sehr gut funktioniert, könnte ein Argument dafür werden, dass nicht nur die anlässlich des Deutschen Fernsehpreises diskutierte Sichtbarkeit der Autoren verbesserungswürdig ist, sondern auch ihr Stellenwert im Schaffensprozess. Denn was mancher Serie fehlt - eine erzählerische Vision, ein Anliegen, ein emotionales Thema - macht das künstlerische Kapital von „Bad Banks“ aus. Wie Headautor Oliver Kienle im Gespräch mit dem Verband Deutscher Drehbuchautoren betont, brauchte es Zeit das wahre, innere Thema der Serie zu finden. „Bad Banks“, so Kienle, ist im Kern keine Serie über Banken, sondern über Sucht.

Erfolg als Droge

Süchtig sind folglich so gut wie alle Figuren, angefangen bei Jana. Paula Beer spielt die junge Bankerin, die selbst nicht einmal sagen kann, wofür sie all das tut, mit einer selbstzerstörerischen Kraft, wie man sie zuletzt etwa im US-Lobbydrama „Die Erfindung der Wahrheit“ bei Jessica Chastain bewundern konnte. Beer trägt, neben ihrem Kollegen Albrecht Schuch, der schon in Christian Schwochows NSU-Film brillierte, dazu bei eben jenen Sog zu kreieren, der dem Format der fortlaufend erzählten Serie zu so großem internationalen Erfolg verhilft: gebrochene, widersprüchliche, außergewöhnliche, aber zugleich menschliche Figuren sind es in „Bad Banks“ wie in vielen Erfolgsserien, die den Zuschauer packen und nicht mehr loslassen.

Auf der Berlinale konnte die Miniserie bereits international verkauft werden, unter anderem nach Australien und Neuseeland, aber auch ins europäische Ausland. Arte zeigt die sechs Teile an zwei Abenden am 1. Und 2. März, jeweils ab 20.15 Uhr. Im ZDF laufen jeweils zwei Folgen am 3.,4. Und 5. März. Dort zwingt das Programmschema die Serie allerdings zu drei unterschiedlichen Startzeiten, nämlich 21.45 Uhr, 22 Uhr und 22.15 Uhr. In den Online-Mediatheken von Arte und ZDF sind alle sechs Teile bereits verfügbar.


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