TV-Programm am Donnerstag Beklemmender Thriller: „Pyromaniac - Bevor ich verbrenne“

Von Frank Jürgens


Osnabrück. Der unterkühlte Thriller „Pyromaniac – Bevor ich verbrenne“ (Arte, 23.20) des norwegischen Regisseurs Erik Skjoldbjærg („Insomnia“) entwirft vor einem bildgewaltigen Szenario das unterkühlte Psychogramm eines Brandstifters als Sinnbild einer seelisch verdörrten Gesellschaft.

In der norwegischen Provinz Finsland treibt ein Feuerteufel sein Unwesen. Zuerst gibt es nur ein paar Waldbrände zu beklagen. Aber dann brennen auch Hütten, Scheunen und sogar bewohnte Gebäude. Schon bald ist die Freiwillige Feuerwehr überfordert. Hat Dag (Trond Hjort Nilssen), der 19-jährige Sohn des Feuerwehrchefs, etwas mit den Bränden zu tun? Er ist kurz vor Ausbruch der Brandserie vom Wehrdienst zurückgekehrt und hilft jetzt selber kräftig bei den Löscharbeiten mit. Aber was nicht sein darf, kann nicht sein in dieser durch und durch verschlossenen Dorfgemeinschaft.

Als Zuschauer weiß man natürlich von Anfang an, wer der Täter ist. Regisseur Erik Skjoldbjærg („Insomnia“) entwirft ein bildgewaltiges, psychologisch arg unterkühltes Psychogramm eines Brandstifters, der immer mehr aus der Bahn gerät und zum Schluss offen psychopathische Züge trägt. Skjoldbjærg geht es in seinem wortkargen Thriller aber weniger um das Motiv des Täters, als vielmehr um das Sinnbild einer seelisch verkümmerten, aus dem Lot geratenen Gesellschaft, die lieber die Schuld bei unsichtbaren Fremden sucht, als sich Hilfe von außen zu holen. Ein beklemmend zeitloser Film nach einer wahren Geschichte aus dem Jahre 1978.