Komponisten-Wettbewerb im Kika Kinderkanal startet 10. Staffel „Dein Song“

Von Susanne Haverkamp

Freuen sich auf junge musikalische Talente: die „Dein Song“-Jury mit (von links) Ole Specht, Laith Al-Deen, Stefanie Heinzmann und Martin Haas Foto: ZDF/Andrea EnderleinFreuen sich auf junge musikalische Talente: die „Dein Song“-Jury mit (von links) Ole Specht, Laith Al-Deen, Stefanie Heinzmann und Martin Haas Foto: ZDF/Andrea Enderlein

Zehn Jahre „Dein Song“: Der Nachwuchs-Komponisten-Wettbewerb im Kinderkanal Kika startet am Montag, 19. Februar 2018, die neue Staffel. Wie er zu der Reihe gekommen und was das Besondere an der Castingshow ist, verrät der Sänger, Produzent und „Dein Song“-Juror Laith Al-Deen.

„Als ich 2012 zum ersten Mal gefragt wurde, ob ich bei „Dein Song“ Musikpate werden will, hatte ich zwar mal von der Sendung gehört, hatte aber keine Idee, welche Talente dort aufschlagen.“ Das hat sich geändert: Laith Al-Deen ist inzwischen in die Jury aufgerückt und weiß: „Die Qualität der Bewerber steigt ständig. Am Ende jeder Staffel denkt man: ‚Wie ist das noch zu toppen?‘, aber es geht. Auch diesmal sind wieder echte Knaller dabei.“

Und darum geht es bei „Dein Song“: Junge Komponistinnen und Komponisten zwischen 9 und 19 schicken ihre musikalischen Ideen an den Kinderkanal Kika. Sechszehn von ihnen dürfen ihre Songs, die sie selbst komponiert und getextet haben, einer vierköpfigen Jury präsentieren. Wer weiterkommt, fährt in den Ferien mit zum einwöchigen „Komponistencamp“ auf Ibiza, wo intensiv an den Liedern gearbeitet wird. „Unsere Castingshow ist die einzige, die sich Mühe gibt, auf die Komposition zu achten“, sagt Laith Al-Deen im Gespräch mit unserer Redaktion. „Die Präsentation, der Gesang sind nur zweitrangig, das macht die Sache etwas entspannter.“ Und Outfit, Styling und Schönheit sind noch weit weniger interessant.

Mit Top-Musikern im Studio

Zurück in Deutschland wird weiter gefeilt, und zwar mithilfe der Musikpaten. „Dass die Kids zusammen mit Profis ins Studio gehen und dort Schützenhilfe bekommen, das ist eine tolle Idee“, sagt Al-Deen, der zweimal Musikpate war. Toll ist es nicht nur für die Nachwuchskünstler, mit bekannten Größen wie Wincent Weiss, den Lochis, Tim Bendzko, Stefanie Heinzmann, LaFee oder Revolverheld zusammenzuarbeiten. Toll ist es auch für die Künstler selbst. „Ich war 2015 Musikpate von Levent, damals 14. Der Junge ist wahnsinnig begabt. Wir sind heute noch in Kontakt und haben sogar schon mal zusammen auf der Bühne gestanden“, erzählt Al-Deen.

Und tatsächlich: Wenn man die Sendung verfolgt, merkt man, wie viel Spaß die Erwachsenen an ihren Nachwuchskollegen haben. Musik verbindet über Altersgrenzen hinweg. „Das ist auch bei den Kandidaten so“, sagt Laith Al-Deen. „Die Altersspanne ist zwar ziemlich groß, aber gerade im Camp auf Ibiza wächst die Gruppe zusammen. Und wenn bei Älteren manches musikalisch ausgereifter ist, kann man sich vielleicht der Ausstrahlung und Ehrlichkeit eines Zehnjährigen nicht entziehen.“

Spaß statt Karriere

Am Alter der Teilnehmer kann man auch erkennen, worum es im Unterschied zu anderen Castingshows nicht geht: um die große Karriere und das große Geld, den ersten Plattenvertrag oder einträgliche Werbeabschlüsse. „Klar träumen einige von einer Musikkarriere“, sagt Al-Deen. „Aber für die meisten ist Musik einfach ein Hobby, und ihnen ist klar, dass sie beruflich später mal was ganz anderes machen.“ Deshalb kann es als Nebenzweck auch nicht schaden, einen realistischen Einblick in die Musikbranche zu bekommen. „Musikmachen ist harte Arbeit und nicht immer von Erfolg gekrönt“, sagt Al-Deen, der in seiner Karriere auch schon manches Auf und Ab erlebt hat. „Wenn die Kids negative Rückmeldung bekommen, merken sie auch, dass man durchhalten muss. Manche bewerben sich dann im nächsten Jahr wieder und haben sich toll weiterentwickelt. Wie in dieser Staffel zum Beispiel unser Schwabe Patrick.“

Live-Show ist „großes Kino“

Höhepunkte jeder Staffel sind das professionell gedrehte Musikvideo und natürlich das Finale, die große Live-Show. „Das ist großes Kino, das braucht sich hinter keiner anderen Show zu verstecken“, meint Al Deen. Und wie überall entscheiden dann die Zuschauer über den Sieger oder die Siegerin, bisher drei Jungen und sechs Mädchen zwischen elf und achtzehn Jahren. „Sich da zu präsentieren, von einer großen Öffentlichkeit wahr- und ernst genommen zu werden, das ist eine Riesensache für die Kids“, sagt der Juror. „Da wächst Selbstvertrauen, gerade auch bei denen, die vom Typ her vielleicht eher schüchtern sind.“ Und damit passt es dann auch pädagogisch wirklich gut in das Konzept vom Kinderkanal.

Dein Song: 16 Folgen montags bis donnerstags, 19.25 Uhr, im Kika Final-Show: Freitag, 16. März 2018, 19.05 Uhr, live im Kika