TV-Programm am Freitag Wuchtig und klug: Krimi „Reich oder tot“ auf Arte

Von Tom Heise

Kessel (Fritz Karl, li.) und Diller (Nicholas Ofczarek) müssen sich vor der Staatsanwältin rechtfertigen. Foto: ZDF/Arte/Marion van der MehdenKessel (Fritz Karl, li.) und Diller (Nicholas Ofczarek) müssen sich vor der Staatsanwältin rechtfertigen. Foto: ZDF/Arte/Marion van der Mehden

Osnabrück. Auch den dritten Auftritt der Polizisten Kessel und Diller inszeniert Regisseur Lars Becker als tragische Ballade um Freundschaft und Verrat. Einige Zuschauer werden ob der Wucht verstört, andere umso faszinierter sein.

Zum dritten Mal bereichern die korrupten Polizisten Kessel (Fritz Karl) und Diller (Nicolas Ofczarek) die Krimilandschaft. Regisseur und Drehbuchautor Lars Becker verfilmt auch den neuen Fall nach dem Roman „Unter Feinden“ von Georg M. Oswald als packende Ballade über Freundschaft und Verrat. Mit realistischer Polizeiarbeit hat das alles nix zu tun – dafür aber ist die Handlung prall, die Inszenierung wuchtig, die Besetzung erstklassig (u.a. Martin Brambach und Anna Loos) und der Unterhaltungswert bestens.

Dabei kommen auch diesem Film Beckers aus der „Nachtschicht“-Reihe bekannte Qualitäten zugute: Zum einen versteht er es, alles mit allem zu verweben, wodurch eine fesselnde, dichte Atmosphäre erreicht wird. Zum anderen sind Beckers Dialoge prall und pointiert. Der Regisseur nimmt seine ambivalenten Figuren ernst, sodass deren Handeln zwar nicht realistisch, aber glaubhaft ist. Konflikte werden nachvollziehbar zugespitzt, sodass sich auch im neuen Fall die Schlinge für Kessel und Diller immer weiter zuzieht. Liebhaber biederer Fernsehkrimis werden sich vielleicht verstört abwenden: „Achtung! Dieser Film enthält Passagen, die empfindsame Zuschauer schockieren können“, warnt Arte daher zu Beginn.

Reich oder tot: Freitag 16. Februar 2018, 20.15 Uhr, Arte.

Sechs von sechs Sternen