Pro Sieben startet #DDDJ „Das Ding des Jahres“: Schlägt Raab die Vox-Löwen?

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Berlin. Das Ding des Jahres: Joko Winterscheidt präsentiert, Stefan Raab produziert – reicht das für die Attacke auf den Vox-Hit „Die Höhle der Löwen“?

Vor drei Jahren verabschiedete Stefan Raab sich in die TV-Rente. Jetzt kommt er zumindest als Formatentwickler und Produzent zurück. Seine Show „Das Ding des Jahres“ stellt kuriose und praktische Erfindungen vor. Der Auftakt kommt als Doppelpack am Freitag und am Samstag.

Was für Produkte sollen „Ding des Jahres“ werden?

Aus den Erfindungen, die beim „Ding des Jahres“ präsentiert werden, macht Pro Sieben bis zur Ausstrahlung ein großes Geheimnis. Werbefotos zum neuen Format sind im Stil von Ausschnitt-Bildrätseln gestaltet. Bei den Programmtrailern muss man mit der Pausentaste arbeiten, um einen Blick auf all die Produktneuheiten zu werfen: Eine Regenschutzscheibe für Motorradhelme ist da zu sehen, ein Fahrradanhänger in Wohnwagen-Optik, Löffel mit Loch, Halterungen, die Getränkekisten mit einem Griff leeren können, eine Crêpe-Maschine, Rasen im Pizzakarton und die Zahnbürste zum Reinbeißen. Vom fertig entwickelten Alltagshelfer bis zum Prototyp neuartiger Haushaltsgeräte ist alles dabei. Die beste Erfindung belohnt ProSiebenSat.1 im Finale der Show-Reihe mit Werbung im Wert von 2,5 Millionen Euro.

Endlich wieder Stefan Raab

„Wadde hadde dudde da?“, kann man zu alldem nur sagen. Als Stefan Raab vor 18 Jahren mit diesem Kauderwelsch-Song beim Eurovision Song Contest auf Platz 5 kam, war sein „TV total“ gerade mal elf Monate auf Sendung. In den 15 Jahren danach machte der Entertainer seine Late-Show zur Unterhaltungsgarage, in der er immer neue Formate bastelte: Fun-Sport-Shows wie die „Wok-WM“, Samstagabend-Hits wie „Schlag den Raab“ Musikwettbewerbe wie den „Bundesvision Song Contest“. Sein Casting -„SSDSGPS − Stefan sucht den Super-Grand-Prix-Star“ (2004) brachte Pro Sieben einen Grimme-Preis ein, mit „Unser Star für Oslo“ (2010) organisierte er eine Zusammenarbeit seines Senders mit der ARD – und ebnete den Weg für Lena Meyer-Landruts Eurovision-Sieg. 2013 gehörte Raab zum Moderatoren-Team des TV-Duells von Merkel und Steinbrück. (Das waren noch Zeiten: Als Raab seinen eigenen Sponsor zum Gespött machte)

Winterscheidt, Gercke, Moog: Die Ding-Jury

Die Erwartungen an eine neue Raab-Show sind entsprechend groß, auch wenn der Meister früh mitteilen ließ, dass das Format nicht seine Rückkehr aus der TV-Rente bedeutet: „Das ist nicht das TV-Comeback des Jahres, sondern ‚Das Ding des Jahres‘.“ Raab hat die Show entwickelt und produziert; vor der Kamera übernimmt für ihn Joko Winterscheidt, der gemeinsam mit Klaas Heufer-Umlauf (in diesem Fall nicht beteiligt) bei Pro Sieben ohnehin eine Art Thronfolger-Status genießt. Winterscheidt begleitet „Das Ding des Jahres“ als einer von drei Juroren. Mit Lena Gercke und REWE-Einkaufschef Hans-Jürgen Moog bewertet er die Erfindungen, die in vier Zweier-Duellen pro Show gegeneinander antreten. Welches Produkt im Finale noch einmal zu sehen sein wird, entscheidet in den aufgezeichneten Shows das Studiopublikum. Im live ausgestrahlten Abschluss küren dann die Zuschauer am Fernseher „Das Ding des Jahres“. (Blutwurst aus Menschenblut: Isst Joko Winterscheidt sich selbst?)

Besteht „Das Ding des Jahres“ den Vergleich mit der „Höhle der Löwen“?

Zentrales Kriterium ist dabei laut Pro Sieben die Frage: „Was können Sie besser gebrauchen?“ Genau das gilt natürlich auch für das Format selbst. Denn als Gründershow um absurd schräge und verblüffend praktische Produktideen bewegt sich „Das Ding des Jahres“ in einem umkämpften Genre. Mit seiner „Höhle der Löwen“ hat der konkurrierende Sender Vox über fünf Staffeln ein vergleichbares Format etabliert – und das nicht nur als Quotenhit, sondern auch als Vermarktungsplattform für Produkte, die direkt nach der Show mit Senderlogo in den Schaufenstern stehen. Sogar das ProSiebenSat.1-Plagiat ist schon in Arbeit. Für das Frühjahr hat Sat.1 den Show-Klon „Start up!“ angekündigt, in dem der Vox-Löwe Carsten Maschmeyer Geschäftsideen bis zur Marktreife begleiten und am Ende mit einem Millionen-Investment fördern soll.

Frank Thelen, seit der ersten Staffel als Investor in der „Höhle der Löwen“ dabei, redet Raabs Chancen im „Stern“-Gespräch denn auch schon im Voraus klein: „Ich glaube nicht, dass er erfolgreich sein wird, weil er keine Ahnung von Start-ups hat.“ Von Start-ups vielleicht nicht. Vom Fernsehen aber schon. Man darf also gespannt sein, welche Überraschungen der Pro-Sieben-Zampano am Freitag aus dem Hut zaubert.

„Das Ding des Jahres“. Pro Sieben. Freitag und Samstag, 9. und 10. Februar 2018, ab 20.15 Uhr, danach immer samstags.


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