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Heute Abend im ARD-Programm Starker Zürich-Krimi: „Borchert und die letzte Hoffnung“

Von Joachim Schmitz


In der ARD läuft heute Abend die dritte Folge des Zürich-Krimis mit Christian Kohlund und Ina Paule Klink. „Borchert und die letzte Hoffnung“ unter der Regie von Roland Suso Richter ist ein sehenswerter TV-Krimi mit überzeugenden Darstellern, darunter Jenny Schily.

Dramatischer Auftakt zum dritten Zürich-Krimi am Donnerstagabend im Ersten: Zunächst verstirbt eine junge Frau trotz aller Reanimationsversuche in einem Rettungswagen, wenig später erleidet ein schwer kranker MS-Patient dasselbe Schicksal in den Armen seiner Frau. Dagegen nimmt sich der grippale Effekt von Anwalt Thomas Borchert trotz des von seinem Darsteller Christian Kohlund überzeugend geröchelten Hustens wie ein Kinkerlitzchen aus.

Die Witwe des MS-Patienten (Jenny Schily) und ihre Tochter wollen den behandelnden Arzt wegen Fehlbehandlung verklagen, sie beauftragen Borcherts Chefin Dominique Kuster (Ina Paule Klink) – und die übernimmt das Mandat, obwohl ihr Vater den Mediziner vertritt. Das ist wohl ein wenig arg konstruiert, der daraus resultierende Krimi aber durchaus überzeugend und sehenswert. Spätestens als ein Absender „Unbekannt“ übers Handy die Textbotschaft „Borchert muss weg!“ verschickt, wird’s dramatisch.

Hoffnung auf Heilung

Es geht um die verzweifelten Hoffnungen todkranker Menschen auf eine Heilung, Skrupellosigkeiten im Pharma- und Medizinbetrieb, aber auch um das Thema Sterbehilfe. Letzteres wird einfühlsam, anrührend und durchaus parteiergreifend umgesetzt.

War der erste Zürich-Krimi im Mai vergangenen Jahres noch eine zähe und undurchsichtige Angelegenheit, so wusste wenig später schon der zweite Versuch zu überzeugen. Diesen Eindruck verstärkt nun die dritte Auflage. (So waren die ersten Zürich-Krimis)

Woran das Ensemble einen erheblichen Anteil hat. Christian Kohlund beweist einmal mehr, dass er wesentlich mehr kann als mit charmantem Lächeln und sonorer Stimme die „Traumhotels“ der Fernsehlandschaft in Wohlfühloasen zu verwandeln. Ina Paule Klink, die ihre Rolle nach dem ersten Teil des Zürich-Krimis von Katrin Bauerfeind übernommen hatte, ist hier weit mehr als ein Wilsberg-Sidekick. (Ausführliches Interview mit Christian Kohlund)

Starke Jenny Schily

Und Jenny Schily, die Tochter des einstigen Bundesinnenministers Otto Schily, zeigt nicht zum ersten Mal, dass sie für jede Rolle das richtige Timing findet. Unvergessen ist ihr Auftritt im ersten Franken-Tatort „Der Himmel ist ein Platz auf Erden“, dem sie als Ehefrau eines Mordopfers das Glanzlicht aufsetzte. Eine Hinterbliebene spielt wohl kaum jemand besser als sie. (So stark war Jenny Schily im Tatort)

Nächsten Donnerstag gibt’s dann „Borchert und die Macht der Gewohnheit“. Darin geht es um zwei rätselhafte Morde an Zürichs „Goldküste“ sowie dunkle Machenschaften in der Baubranche.

Der Zürich-Krimi: Borchert und die letzte Hoffnung. Das Erste, Donnerstag, 8. Februar 2018, 20.15 Uhr.

Wertung: 5 von 6 Sternen