Themenabend heute auf Arte „Persona“: Psychodrama vor und hinter der Kamera

Von Tobias Sunderdiek

Bergmans Klassiker „Persona“: Zwischen Elisabet (Liv Ullmann, links) und Alma (Bibi Andersson, rechts) herrscht eine sexuelle Spannung. Foto: ARTE France/AB Svensk FilmindustriBergmans Klassiker „Persona“: Zwischen Elisabet (Liv Ullmann, links) und Alma (Bibi Andersson, rechts) herrscht eine sexuelle Spannung. Foto: ARTE France/AB Svensk Filmindustri

Osnabrück. Arte widmet Ingmar Bergmans Meisterwerk „Persona“ einen Themenabend und zeigt: Das Meisterwerk von 1966 veränderte das Leben des Regisseurs nachhaltig.

Der Anfang verwirrt. Zu sehen sind scheinbar falsch eingelegte Startbänder, unpassende Filmschnipsel, Tonspuren. Dann ein Schock: Mit einem Hammer wird ein Nagel durch eine Hand getrieben. Als Ingmar Bergmans Film „Persona“ 1966 das Licht der Kinoleinwände erblickte, muss er auf viele Zuschauer verstörend gewirkt haben. Doch inzwischen ist der Film längst ein Klassiker. Mehr noch: Englische Kritiker wählten „Persona“ unter die Besten-Top 10-Werke der Kinogeschichte. Darin spielt Liv Ullmann eine Theaterschauspielerin, die ihre Stimme verliert und daraufhin von der Krankenschwester Bibi Andersson in einem Strandhaus auf Fårø gepflegt wird, wo sich zwischen beiden ein komplexes Rollenspiel entwickelt.

Vor dem Film selber um 23.05 Uhr, stellt Arte eine sehenswerte Dokumentation über die Entstehung von „Persona“ voran. Unter dem dramatischen Titel „Der Film, der Ingmar Bergman rettete“ (22.10 Uhr) zeigt das „Making-Of“, wie der Film sich zum künstlerischen Wendepunkt für den schwedischen Regisseur entwickelte, der kurz vor den Dreharbeiten unter einer tiefen Sinnkrise litt. Ein spannender Kinoabend, passend zum im Juli bevorstehenden 100. Geburtstag des schwedischen Regisseurs.

 

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