TV-Kritik Toll besetzte Gangstergroteske: „Life of Crime“

Von Frank Jürgens


Osnabrück. Jennifer Aniston wird entführt. Ihrem betrügerischen Gatten Tim Robbins ist’s egal. Tele 5 zeigt um 20.15 Uhr eine bis in die Nebenrollen toll besetzte Gangstergroteske.

Die beiden Möchtegern-Gangster Ordell Robbie (Yasiin Bey) und Louis Gara (John Hawkes) wollen endlich ihr ganz großes Ding drehen. Eher durch Zufall kommen sie auf die Idee, Mickey Dawson ( Jennifer Aniston) zu entführen. Deren Gatte Frank ( Tim Robbins) ist nicht nur stinkreich, sondern hinterzieht auch noch viel Geld, das sich die beiden Ex-Knackis nun unter den Nagel reißen wollen. Dumm nur, dass Frank die Sache mit der Entführung ziemlich egal ist, da er sich wegen seiner neuen Geliebten sowieso gerade scheiden lassen will. Was freilich weder Franks Frau noch die beiden Entführer ahnen.

Die Romanvorlage zu „Life of Crime“ stammt von keinem Geringeren als Elmore Leonard und ist quasi das Prequel zu dessen Roman „Rum Punch“, der wiederum unter dem Titel „Jackie Brown“ von Quentin Tarantino verfilmt wurde. Auch wenn einige Figuren wie die beiden Kleinganoven nun in anderer Besetzung wieder in „Life of Crime“ auftauchen, sollte man die Erwartungshaltung etwas tiefer legen. Regisseur Daniel Schechter ist nicht Tarantino, wobei der aberwitzige Stoff sowieso am besten bei den Coen-Brüdern aufgehoben gewesen wäre. Sehenswert ist diese bis in die Nebenrollen (u.a. Will Forte) toll besetzte Gaunergroteske trotzdem allemal.

Wertung: 4 von 6 Sternen.


„Life of Crime“. Tele 5, Dienstag, 06. Februar, 20.15 Uhr.