Entschuldigung folgt Facebook löscht Satire von Street-Artist Barbara

Erst entfernt, dann bei Instagram wieder zu sehen: Facebook hat satirische Beiträge der Street-Art-Künstlerin Barbara gelöscht und sich später dafür entschuldigt. Screenshot: NOZ/Instagram/@ich_bin_barbaraErst entfernt, dann bei Instagram wieder zu sehen: Facebook hat satirische Beiträge der Street-Art-Künstlerin Barbara gelöscht und sich später dafür entschuldigt. Screenshot: NOZ/Instagram/@ich_bin_barbara

Osnabrück. Erneut sind satirische Inhalte von digitalen Plattformen entfernt worden. Diesmal ist die Street-Art-Künstlerin Barbara betroffen. Auf Facebook nennt sie den Grund und beschreibt, was sie von diesem Vorgehen hält.

Mit ihren Aufklebern und Plakaten kontert sie an Hauswände geschmierte Hassparolen oder verfremdet Straßenschilder. Stets unterzeichnet sie ihre Straßenkunst: Barbara. Von ihren Klebeaktionen macht sie Fotos und postet sie in den sozialen Netzwerken.

Auf ihrer Facebookseite ( @ichwillanonymbleiben) meldete sich Barbara am Sonntag mit der Nachricht, dass mehrere Beiträge von ihrem dortigen Account sowie von Instagram gelöscht wurden. Darunter ihr Kommentar zu einem hingesudelten Hitlergruß, ein Bikinioberteil auf einem Verkehrsschild, eine Erwiderung auf ein unverschämtes Parkverbotschild sowie einen satirischen AfD-Brief.

#derfrühlingkommt #barbara #dasklebenistschön #barbaraklebt #heidelberg

Ein Beitrag geteilt von Barbara. (@ich_bin_barbara) am Feb 21, 2016 um 1:32 PST



Wurde mir zugespielt. #barbaraleaks

Ein Beitrag geteilt von Barbara. (@ich_bin_barbara) am Nov 23, 2017 um 3:45 PST


#tanzen #barbara #dasklebenistschön

Ein Beitrag geteilt von Barbara. (@ich_bin_barbara) am Jun 29, 2017 um 2:08 PDT

Angeblich verstießen die Bilder gegen „die Gemeinschaftsstandards“, habe Facebook erklärt. Gefolgt von der Drohung, den Account bei Nichteinhalten der Regeln zu löschen.

Barbara sehe dadurch ihre Freiheit im Internet ruiniert, schreibt sie: „Es beginnt schon mit der Zensur im Kopf. Ich muss mir jetzt gut überlegen, ob ich einen Beitrag poste oder nicht, denn die Gefahr, dass meine Seite komplett gelöscht wird, ist allgegenwärtig.“

Versehentlich gelöscht

Daraufhin habe sich Facebook später bei ihr entschuldigt, schrieb sie unserer Redaktion. Facebook zufolge habe es sich um ein Versehen gehandelt. Auf Instagram sind die Bilder wieder zu sehen, auf Facebook nicht.

Wiederholt sind in den vergangenen Tagen nicht nur hasserfüllte, sondern auch satirische oder harmlose Beiträge in den sozialen Netzwerken verschwunden. Ursache ist das seit Jahresbeginn umzusetzende Netzwerkdurchsuchungsgesetz (NetzDG), das Betreiber digitaler Plattformen verpflichtet, menschenverachtende und hetzerische Beiträge rasch zu entfernen. Das Gesetz ist ob seiner Wirksamkeit umstritten.

Weiterlesen: Warum das neue Lösch-Gesetz voll daneben gegangen ist


Barbara.

Wer sich dahinter verbirgt, ist nicht bekannt. Berühmt geworden ist sie mit ihrem Kommentar unter „Bekleben verboten“-Schildern: „Dieser Befehlston verletzt meine Gefühle“. Ihr Motto ist: „Hass ist krass. Liebe ist krasser.“ 2016 erhielt Barbara den Grimme Online Award. Auf Facebook folgen ihr rund 645.000 Personen.

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