Heute Abend auf ZDFinfo Ästhetik des Amoks

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Eine Frau trauert vor der Albertville-Realschule in Winnenden. Foto: Marijan Murat/ArchivEine Frau trauert vor der Albertville-Realschule in Winnenden. Foto: Marijan Murat/Archiv

Der Filmemacher Gerrit Jöns-Anders spürt in seiner Dokumentation „Amok! – Das Innenleben der Täter“ der Frage nach, was Menschen dazu bringt, Amoktaten zu begehen.

Columbine 1999, Erfurt 2002, Emsdetten 2006 oder München 2016 – Amokläufe junger Menschen erschütterten in den letzten Jahren immer wieder unsere Gesellschaft. Der Filmemacher Gerrit Jöns-Anders geht in seiner Dokumentation dem Phänomen nach, versucht Ursachen aufzudecken, Analogien bei den Tätern zu ermitteln und präventive Maßnahmen zu erörtern. Dafür bemüht Jöns-Anders Psychologen, Psychiater und Kriminologen.

Amok (ein Wort, das aus dem Malaiischen stammt und so viel wir rasend oder wütend bedeutet) ist ein fokussierter, emotionsloser Angriff. Amokläufer übernehmen die Rolle des Rächers – ein typisch männliches Verhalten. Auffällig bei allen Amokläufern ist die mangelnde Resilienz. Die psychische Widerstandsfähigkeit der Täter ist gering. Ständig ausbleibende Selbstbestätigung und dauerhafte Enttäuschungen lassen Amokpläne keimen. Einer langen Planungsphase folgt oftmals ein spontaner Auslöser. Dabei gebe es eine „Ästhetik des Amoks“, die sich in Gesten oder Kleidung manifestiert.

Wie aber kann man Amokläufe verhindern? Die Experten sind sich einig, dass Prävention zu Hause beginnt. Auffälliges Verhalten wie ein ständiger Rückzug aus sozialen Bindungen sollte alarmieren. Doch derartige Taten zu verhindern, scheint weiterhin schwierig.


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