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Sigl: Es gibt noch Luft nach oben Das Lagerfeuer brennt wieder – Start der elften „Bergdoktor“-Staffel

Zuwachs in der Gruber-Familie: Christian Kohlund (rechts) spielt den Onkel Ludwig – dazu (von links) Heiko Ruprecht, Monika Baumgartner, Hans Sigl und Ronja Forcher. Foto: ZDF/Roland DefrancescoZuwachs in der Gruber-Familie: Christian Kohlund (rechts) spielt den Onkel Ludwig – dazu (von links) Heiko Ruprecht, Monika Baumgartner, Hans Sigl und Ronja Forcher. Foto: ZDF/Roland Defrancesco

Osnabrück. In den nächsten Wochen haben die Donnerstage für viele Menschen wieder einen Sinn. Und das ZDF wird mit seinem Flaggschiff prächtige TV-Quoten einfahren, weil der „Bergdoktor“ wieder seine Praxis öffnet.

Wie groß die Sehnsucht nach dieser Serie ist, zeigte sich bereits kurz vor Weihnachten: Im Ersten wurde das DFB-Pokalspiel zwischen Schalke und Köln live übertragen, das Zweite hielt mit der Wiederholung des „Bergdoktor“-Weihnachtsspecials 2015 dagegen. Der Quotengarant Fußball musste sich mit einem Remis begnügen: 5,5 Millionen Zuschauer auf beiden Seiten. Mit der frischen Ware dürfte das ZDF in den nächsten Wochen zumindest die Donnerstage quotentechnisch beherrschen. An diesem Donnerstag ist Start mit dem 90-Minuten-Winterspecial, gleichzeitig die 100. Folge seit Februar 2008. Bis Mitte März folgen die sieben Ausgaben (auch jeweils in Spielfilmlänge) der mittlerweile elften Staffel.

Seit es „Wetten, dass..?“ nicht mehr gibt, wird gerne von dem damit erloschenen Lagerfeuer im Fernsehen gesprochen. „Der Bergdoktor ist durchaus noch eine letzte Bastion des berühmten Lagerfeuers“, sagt das Gesicht der Erfolgsserie, Hans Sigl (Dr. Martin Gruber), im Gespräch mit unserer Redaktion. „Ich lese das an den Reaktionen des Zielpublikums ab.“

Junge Besucher am Set

In der Tat, wenn der „Bergdoktor“ über die Bildschirme flimmert, sitzen ganze Familien vor den Fernsehern. Manche Kinder sind mit der Serie aufgewachsen, was Sigl auch immer wieder bei den Fan-Tagen am Wilden Kaiser erlebt: „Es stehen junge Menschen vor mir, die sich für eine glückliche Kindheit bei mir bedanken. Junge Medizin-Studenten haben mir erzählt, dass die Serie sie zum Studium gebracht habe.“

Über das Geheimnis des anhaltenden Erfolgs dieser Serie wurde schon viel geschrieben und geredet. Es ist die Mischung aus vielen Zutaten: Experimentierfreudige Autoren, Regisseure und Produzenten. Ein authentisch spielendes Ensemble, das die Seelen der Zuschauer auf den Punkt aufwühlt. Dazu eine seit 2008 beständig auftretende Gruber-Familie mit Hans Sigl („Bergdoktor“), Monika Baumgartner (Mutter Lisbeth), Ronja Forcher (Tochter Lilli), Heiko Ruprecht (Bruder Hans). Hinzu kommen weitere Dauerbrenner wie Siegfried Rauch (Dr. Roman Melchinger), Mark Keller (Dr. Alexander Kahnweiler) und Natalie O’Hara (Susanne Dreiseitl). Nun ja, und wer immer noch von der heilen Welt am Wilden Kaiser redet, sollte einfach mal näher hinschauen: Der „Bergdoktor“ und seine ständigen Liebeskrisen, Bruder Hans ist auch nicht viel besser, eine teilweise brutal pubertierende Tochter – und Geschichten, die nicht immer so enden, dass anschließend alle mit einem lächelnden Gesicht einschlafen können. Sieht so eine heile Welt aus? Das Team scheut sich nicht, sensible Themen anzupacken – in der neuen Staffel zum Beispiel Transgender oder Sterbehilfe. Dabei denkt Sigl sofort an die Phase in der Vergangenheit, „in der viel transplantiert wurde“. Eine Abi-Klasse aus Heidelberg habe bei einem Besuch am Set darüber diskutiert, „die Schüler haben erzählt, dass sie unsere Fälle im Ethik-Unterricht behandeln“.

„Kohlund ein toller Kollege“

Bis Mitte März wird es somit einmal mehr nicht nur harmonisch in der Gruber-Familie zugehen. Was auch daran liegt, dass mit Ludwig Gruber plötzlich der Onkel der Gruber-Brüder auftaucht – gespielt von Schauspiel-Dino Christian Kohlund. „Ein unheimlich toller Kollege mit einer unglaublich großen Erfahrung“, schwärmt Sigl. „Die Zuschauer werden in den neuen Folgen viele überraschende Familien-Hintergründe erfahren.“

Sigl freut sich jedenfalls noch auf weitere „Bergdoktor“-Jahre, „denn die Geschichte ist noch lange nicht auserzählt“. Die zwölfte Staffel sei fixiert, für die 13. sehe es auch nicht schlecht aus. Wann wird die Geschichte dann auserzählt sein? „Es gibt noch viel Luft nach oben und noch einen Haufen an Themen. Ich weiß natürlich, dass Martin Gruber mit Mitte 50 nicht mehr bei der Mama im kleinen Zimmer wird wohnen können“, schmunzelt der 48-Jährige.


„Der Bergdoktor“, Winterspecial „Höhenangst“, ZDF, 20.15 Uhr

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