Von Dvořák-Konzert bis Tik-Tak-Polka Osnabrücker Neujahrskonzert mit Cellist Leonard Rees

Von Dr. Stefan Lüddemann | 30.12.2016, 17:59 Uhr

Das Osnabrücker Neujahrskonzert bietet Musik von Tschaikowsky bis Strauß. Highlight in der Osnabrückhalle: Der Auftritt des jungen Cellisten Leonard Rees mit Musik von Antonín Dvořák.

„Dvořák liegt mir einfach von Natur aus“, sagt Leonard Rees, lächelt jungenhaft und balanciert seinen schneeweißen Cello-Koffer in den Händen. Ganze 19 Jahre alt ist der Musiker aus Georgsmarienhütte. Als Student an der Kölner Musikhochschule setzt er gerade zur Solistenlaufbahn an. Jetzt nimmt er eine der Hürden auf seinem erstaunlichen Weg. Beim Osnabrücker Neujahrskonzert am 1. Januar 2017 tritt er gemeinsam mit dem Osnabrücker Sinfonieorchester auf. Unter der künstlerischen Leistung von Generalmusikdirektor Andreas Hotz spielt Rees den ersten Satz aus dem Cello-Konzert von Antonín Dvořák - ein Klassiker voll Schwermut und Feuer. Hier weiterlesen: Der junge Cellist Leonard Rees .

Entspannte Probenatmosphäre

Die Atmosphäre bei den Proben vor dem großen Auftritt beschreibt nicht nur Leonard Rees als entspannt. „Leo ist für uns kein Fremder“, sagt Andreas Hotz mit Wärme in der Stimme. Kein Wunder: Cello- Unterricht bei Christiane Gleisner an der Osnabrücker Musikakademie Remelé, Erfolge bei „Jugend musiziert“, dann Studienbeginn bei der Ausnahme-Cellistin Maria Kliegel an der Kölner Hochschule: So liest sich in Zeitrafferschritten die bisherige Karriere von Leonard Rees. Mit seinem Osnabrücker Auftritt steht eine weitere Etappe an. „Das Orchester ist fantastisch“, schwärmt der junge Musiker unmittelbar nach der Hauptprobe für das Konzert. Hier weiterlesen: Wie war das Osnabrücker Neujahrskonzert 2016?

Konzert mit Spannungskurve

Erst Tschaikowskys „Capriccio Italien“, dann noch vor der Pause der erste Satz aus dem Cellokonzert, zum Ende hingegen die „Tik-Tak-Polka“ von Johann Strauß Sohn und Franz von Suppés „Ein Morgen, ein Mittag, ein Abend in Wien“ - für Andreas Hotz bezeichnet diese Folge genau die richtige Dramaturgie für ein Neujahrskonzert. „Wir beginnen mit den längsten und etwas schwereren Stücken und werden dann zum Ende hin ein wenig leichter“, verspricht der Dirigent ein abwechslungsreiches und zugleich gehaltvolles Programm, das gegen Ende hin so richtig Fahrt aufnehmen soll. Wie in den Vorjahren haben die Konzertgänger selbst über die Stücke, die nun gespielt werden sollen, abgestimmt. Die Überraschung: Mit „Das Volksfest“, einem Stück aus der Suite „Die Hornisse“ von Dmitri Schostakowitsch hat sich das Publikum auch ein besonderes Stück ins Programm gewählt. Hier weiterlesen: Das Musica-Pro-Pace-Konzert in Osnabrück - die Rezension.

Im Wechselbad der Klänge

Leonard Rees hat hingegen nur das Dvořák-Konzert im Blick. Seine Lehrerin Maria Kliegel spielte das Konzert bereits auf Tonträger ein. Die Professorin hält den Newcomer allerdings dazu an, sein Repertoire zu erweitern. „Ich studiere gerade auch Musik, die mir zunächst einmal nicht so liegt“, sagt Rees und nennt als Beispiele Cello-Konzerte von Joseph Haydn und Cello-Sonaten von Luigi Boccherini. Darüber hinaus probt Rees gerade für den Auftritt nach dem Osnabrücker Neujahrskonzert. Paul Hindemith und Philip Glass stehen in Köln auf dem Programm. Und gerade die minimalistischen Klänge von Glass werden für den jungen Cellisten Rees nach dem schwärmerischen Dvořák-Konzert eine ganz andere, weil sehr viel kühlere künstlerische Welt bedeuten. Hier weiterlesen: Leonard Rees beim Euregio-Musikfestival.