Vater der „Barmer Erklärung“ Protestant im Porträt: Karl Barth

Von Marcus Tackenberg | 25.02.2017, 09:44 Uhr

Durch seine Klarheit und Entschiedenheit fand das umfassende Werk des Schweizer Theologen Karl Barth in allen Kreisen des Protestantismus, aber auch unter katholischen Geistlichen starke Wertschätzung und löste viele Debatten aus.

Durch seine Klarheit und Entschiedenheit fand das umfassende Werk des Schweizer Theologen Karl Barth in allen Kreisen des Protestantismus, aber auch unter katholischen Geistlichen starke Wertschätzung und löste viele Debatten aus. Barth starb am 10. Dezember 1968 in Basel, wo er am 10. Mai 1886 als Spross einer evangelischen Theologendynastie auch geboren worden war.

Nach seiner Schulzeit in Bern nahm der junge Karl Barth dort ein Theologiestudium auf, das er bald darauf in Berlin fortsetzte, wo er die Vorlesungen von Adolf von Harnack besuchte. Als junger Theologieprofessor entwickelte Barth ab den 1920er-Jahren zusammen mit Friedrich Gogarten, Rudolf Bultmann, Emil Brunner und anderen die „Dialektische Theologie“, bei der die für ihn unüberwindbaren Gegensätze Gott und Mensch oder Zeit und Ewigkeit im Mittelpunkt standen.

Mehr ist er allerdings durch seinen Kampf gegen die Nationalsozialisten bis heute in Erinnerung geblieben. Barth ging 1934 als geistiger Vater der „Barmer Erklärung“ in die Kirchengeschichte ein – jenes Papier, das zum Vorbild für christliche Befreiungsbewegungen in totalitären Staaten werden sollte. Dietrich Bonhoeffer etwa wurde von Barth wesentlich beeinflusst. In seinen späten Jahren warf man Barth zu wenig Distanz zum Kommunismus vor. Der einstige Bundespräsident Johannes Rau würdigte Barth 1986 als „Lehrer der Kirche“.