Terrormiliz verdient an Kulturgütern Gesetz gegen Handel mit Raubkunst geplant

Meinung – Dr. Stefan Lüddemann | 21.10.2014, 09:00 Uhr

Die Terrormiliz Islamischer Staat verdienst mit Raubkunst viel Geld. Ein neues Gesetz soll das stoppen - ab 2016. Reicht das aus? Ein Kommentar.

Ein neues Gesetz gegen Raubkunst: Das klingt eigentlich gut. Aber das Gesetz soll erst 2016 kommen. Die Raubzüge an den Kulturstätten des Nahen Ostens finden aber heute statt. Und gleichfalls gegenwärtig verdient die Terrormiliz Islamischer Staat bestens an jenen Kulturschätzen, die sie sich einfach aneignet – ebenso wie Waffen oder Devisen.

Das Problem ist seit Jahren bekannt. In Kriegsgebieten werden Kulturgüter zerstört, um mit der geschichtlichen Erinnerung auch die Identität des jeweiligen Gegners zu zerstören. Kulturgüter, die keiner mehr schützt, werden zur leichten Beute für Geschäftemacher. Ob aus Museen entwendet oder auf Grabungsfeldern geplündert – antike Kunstwerke landen im Kreislauf illegaler, aber umso gierigerer Märkte.

Gesetze gegen illegalen Kunsthandel gibt es bereits. Deshalb muss die Frage lauten: Was kann jetzt getan werden, um den illegalen Handel mit geraubtem Kulturgut wirkungsvoll zu unterbinden? Dazu gehören staatliche Stellen, der Kunsthandel und die Museen an einen Tisch. Der Strom mit heißer Ware muss jetzt gekappt werden – und nicht erst 2016.