Schlechte Nachricht für Museumsszene Haus der Kunst verliert wichtigsten Sponsor

Meinung – Dr. Stefan Lüddemann | 17.07.2014, 19:41 Uhr

Das Haus der Kunst verliert seinen wichtigsten Sponsor. Das ist eine schlechte Nachricht. Was bedeutet sie für die Kulturszene? Ein Kommentar.

Das Münchener Haus der Kunst verliert eine halbe Million Euro, weil ein Sponsor geht. Die Nachricht zeigt, wie verwundbar viele Kulturhäuser in Wirklichkeit sind. Sie können ihre Projekte oft nur mit der Hilfe von Sponsoren und Mäzenen verwirklichen. Das gilt gerade für Kunstmuseen, die ihre Ausstellungsformate nur in der Allianz mit privaten Geldgebern stemmen können.

Damit stehen die Kulturmacher unter mehrfachem Druck. Nur mit Sponsoren lassen sich jene Kunstschauen realisieren, die das große Publikum anziehen. Und nur mit der Aussicht auf hohe Besucherzahlen lassen sich dann wieder die nächsten Sponsoren gewinnen. Die Museen stecken damit in einem Teufelskreis.

Das gilt auch für das Haus der Kunst. Als Ausstellungshaus für ambitionierte Präsentationen aktueller Kunst darf das Institut nicht allein auf Besucherzahlen schauen. Das interessante Experiment zählt mehr als die Quote. Allerdings könnte sich das jetzt ändern. Mit dem Verlust des Sponsors steigt der Druck – auch für Okwui Enwezor.