Rührstück über Einwanderer Feelgood-Film: „Guten Tag, Ramón“

Von Wolfgang Mundt | 06.02.2015, 20:31 Uhr

In Mexiko scheint immer die warme Sonne, die Menschen tanzen viel, sind aber arm. Im kalten Deutschland sind nicht nur der Himmel, sondern auch die Häuser und sogar die Züge grau. Diese simplen Klischees werden hier nicht hinterfragt, sondern bilden den Rahmen der Geschichte Ramón Castros.

Der junge Mexikaner ( Kristyan Ferrer) reist als Tourist nach Deutschland ein, um hier zu arbeiten und Geld zu verdienen. Er will bei der Tante eines Freundes im winterlichen Wiesbaden unterkommen. Jedoch ist diese verschwunden und er damit völlig sprach- und mittellos. Als frierenden Bettler lernt ihn der Stadtteil kennen, bis er in einem unbeheizten, dunklen Kellerraum im Mietshaus der Rentnerin Ruth ( Ingeborg Schöner ) unterkommen darf. Als sein Tanztalent zutage tritt, gewinnt er mit seiner fröhlich-naiven Art die gesamte Hausgemeinschaft.

Der mexikanische Regisseur, Ko-Produzent und Drehbuchautor Jorge Ramírez-Suárez präsentiert ein Rührstück eines Einwanderer-Märchens. Rentner blühen angesichts der Emotionalität des Mexikaners auf, dessen Mimik zumeist nur aus einem erschöpften „Ich weiß nicht“ oder einem lächelnden „Es lebe das Leben“ besteht. Nuanciert wird hier nicht. Die angerissenen ernsten Thematiken dienen einem platten Feelgood-Film.

Guten Tag, Ramón. Deutschland/Mexiko 2013. R: Jorge Ramírez-Suárez. D: Kristyan Ferrer, Ingeborg Schöner, Rüdiger Evers, Héctor Kotsifakis, Franziska Kruse. 121 Min. Ab 6 Jahren. Cinestar