Preise des Landschaftsverbandes Günter Schuhriemen und Tilman Westphalen geehrt

Von Dr. Stefan Lüddemann | 10.09.2015, 18:34 Uhr

Günter Schuhriemen und Tilman Westphalen haben die Kulturpreise 2015 des Landschaftsverbandes Osnabrücker Land e.V. erhalten.

Marie-Claudine Papadopoulos entlockt ihrer Violine feinste Klangnuancen. Ob Bachs Preludio aus der Partita Nr. 3 oder Paganinis Caprice Nr. 1 – das Spiel der jungen Geigerin sprüht nur so vor Virtuosität. Dabei musiziert sie im blauen Kleid auf einem Bauernhof im Osnabrücker Land, dem Hof Seidel-Lott in Melle-Suttorf.

Ein Widerspruch? Nein, sondern sprechender Hinweis auf das Lebenswerk von Günter Schuhriemen. Der Gymnasiallehrer brachte als Initiator und Intendant der Quakenbrücker Musiktage die „Art ins Artland“ , wie Laudator Volker Schmidt-Gertenbach sagte. Schuhriemen erhielt gestern den Kulturpreis des Landschaftsverbandes Osnabrücker Land e.V.

Schmidt-Gertenbach kündigte dabei die Auftritte von Marie-Claudine Papadopoulos nicht nur als klingenden Teil seiner Laudatio an, er verwies auch darauf, dass Einsatz für die Kultur auf dem flachen Land immer Kärrnerarbeit bedeutet. Schuhriemen habe Veranstaltungen und Künstler persönlich betreut. Als Initiator der Musiktage, aber auch Gründer des Philharmonischen Chores Quakenbrück sowie einer Reihe von Neujahrskonzerten kann der ehrenamtliche Konzertveranstalter und Musikmanager auf ein beachtliches Lebenswerk verweisen.

Die Auszeichnung des Landschaftsverbandes konnte der Osnabrücker Literaturwissenschaftler Tilman Westphalen entgegennehmen. Westphalen, bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2000 Professor für Anglistik an der Universität Osnabrück, wurde für seinen Einsatz für das Lebenswerk des in Osnabrück geborenen Romanciers Erich Maria Remarque (1898–1970) ausgezeichnet. Westphalen leitete bis 2000 auch das 1986 am Osnabrücker Markt eingerichtete Remarque-Zentrum und war bis 2007 Vorsitzender der Remarque-Gesellschaft. Der Wissenschaftler gab zahlreiche Romane des Autors, der vor allem mit seinem Antikriegsroman „Im Westen nichts Neues“ (1929) in die Literaturgeschichte einging, in neuen Ausgaben heraus.

„Das demokratische Gemeinwesen braucht unbequeme Bürger wie ihn“, lobte Osnabrücks Bürgermeisterin Karin Jabs-Kiesler als Laudatorin den Einsatz Westphalens . Der Literaturwissenschaftler habe mit seinem Einsatz für Remarque geholfen, das Profil der Friedensstadt Osnabrück zu schärfen. Westphalen selbst verwies in seiner Ansprache auf die Notwendigkeit weiterer „Antikriegskulturarbeit“. Remarque liefere als „Erzzivilist“ das Vorbild für einen Einsatz gegen Krieg und Militarismus.

Als Vorstandsvorsitzende des Landschaftsverbandes zeichnete die Osnabrücker Stadträtin Rita Maria Rzyski die Künstler Frank Gillich und Werner Kavermann aus. Sie gingen aus einem Künstlerwettbewerb als Sieger hervor. Gillichs Steingussobjekt „Zipfelblumenstrauß“ wurde erstmals als Preisobjekt an Tilman Westphalen verliehen.

Als Vizepräsident des Landschaftsverbandes verwies Osnabrücks Landrat Michael Lübbersmann auf die erfolgreiche Arbeit des Verbandes. Der Verband habe seit seiner Gründung vor 30 Jahren 65 Kulturprojekte in Eigenregie auf den Weg gebracht und dafür beachtliche Drittmittel eingeworben, so Lübbersmann.

 Info: www.lvosl.de