Parsifal-Dirigent schmeisst hin Warum verlässt Andris Nelsons die Bayreuther Festspiele?

Meinung – Ralf Döring | 30.06.2016, 19:41 Uhr

Andris Nelsons hat die Bayreuther Festspiele verlassen - dreieinhalb Wochen vor der Premiere. Der Supergau? Ja. Ein Kommentar.

Angeblich soll es Streit gegeben haben – das ist nichts Neues am Grünen Hügel. Diesmal aber sind die Auswirkungen katastrophal: Andris Nelsons hat hingeschmissen. Ausgerechnet für die diesjährige Premiere des „Parsifal“ müssen die Bayreuther Festspiele einen neuen Dirigenten finden.

Möglicherweise ist das noch das kleinste Problem. Zur Not springt eben der Musikchef der Bayreuther Festspiele selbst ein: Christian Thielemann über alles. Doch Nelsons stellt eine Dirigentenpersönlichkeit dar, die zu einer musikalischen Säule der Festspiele werden könnte. Neben dem Hausgott Thielemann?

Angeblich hat es Streit gegeben zwischen Nelsons und dem Musikdirektor des Grünen Hügels. Hat er sich tatsächlich, wie man in Bayreuth raunt, in Nelsons’ Probenarbeit eingemischt? Das wäre ein fatales Signal: Denn kein Dirigent von Bayreuth-Format lässt sich in seine Arbeit hineinreden wie ein dritter Kapellmeister. Oder bereitet Thielemann seine unumschränkte Herrschaft am Hügel vor? Das kann niemand wollen, und es ist auch müßig, darüber zu spekulieren. Der künstlerische Schaden für die Bayreuther Festspiele ist ohnehin unermesslich.