Parallele zum Osnabrücker European Media Art Festival Berliner „Transmediale“ macht Überwachung zum Thema

Meinung – Dr. Stefan Lüddemann | 27.01.2015, 18:50 Uhr

Überwachung im Netz: Nach Osnabrück macht nun auch Berlin das zum Thema eines Kulturfestivals. Ein Kommentar.

Wir sind alle Gefangene des Netzes: Wie sehr diese Beobachtung zutrifft, unterstreicht die Tatsache, dass die Berliner „Transmediale“ ein Thema aufgreift, das 2014 schon vom Osnabrücker European Media Art Festival groß gespielt worden war. „We, the Enemy“ hieß es in Osnabrück, „Capture all“ heißt es nun in Berlin. Die Nähe der Themen verblüfft.

 Welchen Stellenwert hat Überwachung in unserer Zeit? Lesen Sie hier den Essay zu dieser grundsätzlichen Frage. 

Dabei geht es nicht um einen Vergleich, der nur provinziell wirken könnte. Die Festivals zur Medienkunst arbeiten ohnehin im Modus allseitiger Vernetzung. Aufschlussreich ist allerdings, dass beide Festivals darauf abheben, wie sehr die durch das digitale Netz Überwachten zugleich auch die Überwacher sind. Das Netz kennt kein außen mehr. Das spiegelt sich in der Doppeldeutigkeit seiner Akteure.

Festivals wie die Transmediale oder das European Media Art Festival werden zu Recht großzügig gefördert. Gerade im Hinblick auf das Internet und seine Gefahren leisten sie wichtige aufklärerische Arbeit. Es fragt sich nur, ob sie damit das Verhalten der User wirklich verändern. Die sind im Netz fleißig unterwegs – und nehmen die Überwachung in Kauf.

 Wie haben die Macher des European Media Art Festivals ihr Festival zum Thema Überwachung bewertet? Lesen Sie hier das Interview.