Orchester mit mehr Konzerten Branche im Aufwind? Fragen an Klassikbetrieb bleiben

Meinung – Dr. Stefan Lüddemann | 28.02.2017, 17:13 Uhr

Findet klassische Musik mehr Interesse? Das behauptet die Orchestervereinigung. Fragen bleiben. Sie betreffen jüngeres Publikum und neue Formate.

Die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) verkündet eine Trendwende in der Welt der klassischen Musik. Aber gibt es sie wirklich? Der Verband verweist auf die Zahl der Konzerte. Besucherzahlen erhebt er nicht. Die Vereinigung stellt in diesem Punkt auch keinen Bezug her. Darin liegt eine Lücke der Argumentation. Allerdings versteht sich die DOV auch als Gewerkschaft und damit als Interessenvertreterin. In der kulturpolitischen Debatte ist sie Partei. Das lenkt auch den Blick in der Datenauswahl.

 Dabei befindet sich die klassische Musik in der Tat im Aufwind . Der aufgeregte Hype um die Eröffnung der Elbphilharmonie hat nur das deutlichste Zeichen dafür geliefert, dass klassische Musik mehr Aufmerksamkeit erfährt. In vielen Städten werden neue Konzertsäle gebaut. Diese Projekte werden ausgiebig diskutiert. Auch das ist bemerkenswert.

Die Fragen an den Klassikbetrieb bleiben. Wie kann das jüngere Publikum besser erreicht werden? Wie gelingt der Ausbruch aus festgefahrener Konzertroutine? Was ist mit dem Repertoire der Konzerte? Vor allem in den neuen Konzerthäusern wie der Elbphilharmonie stehen diese Fragen auf der Agenda. Kein Wunder. In der Elbphilharmonie hat nicht nur die Akustik zu stimmen . Das Haus muss auch vorführen, wie Klassik im 21. Jahrhundert für alle zum Erlebnis wird.