Obelisk von Olu Oguibe Kleingeistiger Streit um Documenta-Kunst in Kassel

Meinung – Dr. Stefan Lüddemann | 08.06.2018, 19:34 Uhr

Wohin soll der Obelisk von Olu Oguibe? Kassel streitet über Documenta-Kunst. Das wirkt ziemlich kleingeistig.

Kunst regt niemanden mehr auf. Wirklich? In Kassel wird munter über einen Obelisken gestritten, den Künstler Olu Oguibe auf den Königsplatz gestellt hat. Steht er da richtig? Lokalpolitiker debattieren munter über ein Werk, das ein AfD-Mann als „entstellt“ bezeichnet und damit das Naziwort von der „entarteten Kunst“ zitiert hat. Hier weiterlesen: Streit um den Documenta-Obelisken.

Vor allem die Aufschrift aus dem Matthäus-Evangelium scheint zu provozieren. „Ich war ein Fremdling, und ihr habt mich beherbergt.“ Oguibe möchte das Bibelzitat natürlich als Kommentar zur Debatte um die Flüchtlings- und Asylpolitik gelesen wissen. Das gefällt offenbar nicht jedem. Hier weiterlesen: Documenta 14 - was bleibt von der Weltkunstschau? 

Denn allzu offensichtlich bemühen sich Politiker darum, dass Kunstwerk aus dem Blickfeld zu bekommen. Der Künstler macht es auch nicht besser und diffamiert Bewohner anderer Stadtviertel als „Outsider“. Wie arrogant.

Der Streit um den Obelisken wirkt kleingeistig. Die Kontroverse zeigt wenigstens, dass es gut ist, über Kunst und ihren Anspruch zu streiten. Aber wer findet nun die Lösung? Einstweilen bietet die Documenta-Stadt mit diesem Hickhack das Bild eines beliebigen Provinzfleckens. Hier weiterlesen: Perfide Strategie - AfD diffamiert Documenta-Kunst.