Kunstsammlung NRW setzt auf Bildung Absage an Blockbuster-Formate im Museum

18.12.2015, 14:02 Uhr

Sollen Museen den Gesetzen des Wachstums folgen? Marion Ackermann von der Kunstsammlung NRW setzt auf Bildung und Globalität.

Marion Ackermann hat plädiert dafür, dass Museumsprogramme nicht den Gesetzen „permanenten Wachstums“ folgen. Es dürfe nicht mehr darum gehen, immer neue Blockbuster-Ausstellungen zu produzieren, sagte die Direktorin der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf am 18. Dezember 2015 bei der Vorstellung des Ausstellungsprogramms des Jahres 2016. Gerade staatliche Museen hätten die Aufgabe, „marktfern“ zu operieren. Zugleich teilte Ackermann mit, dass ihr Haus mit 270000 Besuchern 2015 das besucherstärkste Museum in Nordrhein-Westfalen sei.

Ackermann sprach sich dafür aus, Museen stärker als bisher als Orte des Erkenntnisgewinns zu verstehen. Im Rahmen des Forschungsprogramms „Museum global“ will sie ihr Haus in den nächsten Jahren stärker für die Kunst in allen Erdteilen öffnen. Dafür gehen die Kuratorinnen und Kuratoren der Kunstsammlung 2016 auf Reisen rund um die Welt. 2017 sollen die Ergebnisse dieser Recherche in einer großen Ausstellung präsentiert werden. Im Jahr der nächsten Documenta und Biennale will Ackermann auf 5000 Quadratmetern globale Kunst mit Hauptwerken aus der eigenen Sammlung in Beziehung setzen und so auch den Begriff der Moderne neu befragen. Die Kulturstiftung des Bundes fördert das Vorhaben den Angaben nach mit 800000 Euro.