Kunst mit Renditeversprechen Helge Achenbach bleibt in U-Haft

Meinung – Dr. Stefan Lüddemann | 24.07.2014, 20:05 Uhr

Rückkauf bei fehlender Rendite: Mit diesem Versprechen hat Helge Achenbach Kunst verkauft. Wie verändert das die Kunst? Ein Kommentar.

Helge Achenbach bleibt in U-Haft. Das ist klar, mehr aber auch nicht. Denn um die Frage, mit welchen Provisionsaufschlägen Kunstwerke transferiert worden sind, ranken sich jetzt schon denkbar disparate Darstellungen. Immerhin wird die Rolle Achenbachs deutlicher. Der Kunstberater hat nach eigener Darstellung nach Kräften befördert, was zu Recht immer stärker in die Kritik gerät – er hat Kunstwerke zu Renditeobjekten gemacht.

Achenbach koppelte nach Angaben seines Sprechers Rückkaufgarantien an eine unterstellte Wertentwicklung. Was ist auf diesem Hintergrund von der monetären Bewertung aktueller Kunst überhaupt noch zu halten? Sie erweist sich als Casinospiel mit viel Spielraum für Kapitalinteressen und mögliche Manipulationen. Dabei geht im schlechten Fall Geld verloren. Eines geht in jedem Fall verloren: die Glaubwürdigkeit der Kunst als Währung der Kultur.