Kunst der Einsamkeit Extremes Spektakel: Abraham Poincheval provoziert

Meinung – Dr. Stefan Lüddemann | 26.02.2017, 18:41 Uhr

Abraham Poincheval lässt sich in einen Stein einschließen. Der Extremkünstler fordert heraus. Wie vernetzt muss man sein? Oder geht es auch einsam?

Extremsport, Spektakel oder doch Kunst? Abraham Poincheval treibt die Superlative jedenfalls auf die Spitze. Er kapselt sich komplett ab und erreicht gerade damit die Aufmerksamkeit der großen Menge. In einer Zeit, in der jeder vernetzt sein muss, um überhaupt die Chance auf Beachtung zu haben, setzt Poincheval ganz auf sich selbst. Eine Provokation der Kommunikationsgesellschaft? Hier weiterlesen: So funktioniert moderne Kunst - Kunst und ihre Orte. 

Ja und nein. Der Mann entzieht sich jeder Mitteilung. Zugleich führt er vor, was Kommentar und Kommunikation herausfordert – die extreme Selbst- und Körpererfahrung. Poincheval spielt auf diese Weise nicht nur mit der Mitteilbarkeit extremer Erfahrung. Er treibt auch den Erlebniskult der Freizeit- und Multioptionsgesellschaft auf die allerfeinste Spitze. Hier weiterlesen: Kunst schreibt die Agenda der Gegenwart. 

Mitten in einem Leben, das sich in komplexen Vernetzungen digitaler Medien zu verlieren droht, bringt Poincheval die letzte Instanz ins Spiel, mit der sich Dasein noch beglaubigen lässt – den eigenen Körper. Und ist das alles nun Kunst? Eines ist es ganz sicher: extremes Spektakel für den medialen Hype. Hier weiterlesen: Das Konzept der Skulptur Projekte - Kuratorin Marianne Wagner im Interview.