Kultur Zwischen Melancholie und Ausgelassenheit

27.07.2009, 22:00 Uhr

Das Adagio aus Wolfgang Amadeus Mozarts Streichquartett in G-Dur ist auf eine so schöne Art traurig, dass es eine tröstende und beruhigende Wirkung auf den Hörer hat. Getragen und leicht melancholisch, doch nie unzufrieden, strahlt die erste Violine als Träger der Emotionen.

Vom 20. bis zum 26. Juli fand am Institut für Musik der Fachhochschule Osnabrück ein internationaler Meisterkurs für Kammermusik statt. Das Ergebnis der Zusammenarbeit von Studenten und Dozenten verschiedener Universitäten konnte man am Sonntag beim Abschlusskonzert im Musik- und Pianohaus Rohlfing genießen. Das Mozart-Streichquartett zum Beispiel bestritt Prof. Hauko Wessel (Violine) aus Osnabrück in einem sehr gut aufeinanderabgestimmten Quartett, zusammen mit Melanie Bartnick (Violine), Ingrid Pic-Donaire (Viola) und Anna List am Cello.

Roland Pröll, Leiter des Studienprofils Klassik am Institut für Musik, erarbeitete zusammen mit den Dozenten und Studenten ein abwechslungsreiches Programm von Antonio Vivaldi bis zu Claude Debussy. Das Allegro aus dem G-Dur-Konzert von Domenico Cimarosa ist ein Höhepunkt des Abschlusskonzerts: Die zwei Flötenstimmen, überzeugend interpretiert von Laura Cox und Sandra Wamhoff, erschaffen in wechselnder Führung sowohl die ausgelassene Stimmung eines Sommerfestes als auch sehr spannungsgeladene Momente.

Zwischen die Stücke für Streich- und Flötenensembles mischen sich drei erstklassige Klavierinterpretationen. Ein schimmernder Goldregen verzaubert den Hörer zum Beispiel in „Feux d’artifice“, ein Titel, den Debussy als Anregung der Nr. 12 seiner Préludes II hinzugefügt hat. Martin Broedemann, Korrepetitor aus Hagen, beeindruckt einerseits durch seinen samtweichen Ton, andererseits mit effektvoller Präzision der kontrastierenden, scharfen Klänge. Mit Frédéric Chopins Nocturne Nr. 2 Des-Dur lädt Broedemann die Zuhörer zum Ende des Konzerts noch einmal ein, andächtig die Augen zu schließen.

So endet, in der Mischung mit den vorangegangenen Ensemblewerken, ein abwechslungsreiches und anspruchvolles Kammermusikprogramm.