Kultur Über Bauchtanz und Hip-Hop zum Ballett

17.11.2009, 20:00 Uhr

Nanine Linnings Zuhause passt in ihre Handtasche. „Die Dose für meine Kontaktlinsen, mein iPod und mein Telefon.“ Nach und nach holt die Chefin der Dance Company des Theaters die Gegenstände ans Tageslicht und präsentiert sie den Gästen in der David Lounge des Hotels Walhalla. Dort hatte der Theaterverein erstmals zum Kamingespräch eingeladen.

Welche Person steckt hinter der Rolle auf der Theaterbühne? Diese Frage hatte einige Gäste angelockt. Eine Stunde lang erzählen Mitglieder der Company über ihren Werdegang, die Faszination des Tanzes und die Erarbeitung neuer Stücke.

Axel Zumstrull, der Vorsitzende des Theatervereins, moderiert die Runde, die zuvor gebeten worden war, einen persönlichen Gegenstand vorzustellen. Darunter sind natürlich auch Talismane. Chris Bauer und Mallika Baumann tragen ihn immer am Körper: Halsketten, die sie auch beim Vortanzen für eine neue Rolle nicht abnehmen.

Die beiden Frauen zeigten, wie unterschiedlich die Karriere von Tänzern verlaufen kann. So hat beispielsweise Chris Bauer ihre ersten tänzerischen Erfahrungen beim Bauchtanz gesammelt. Später kamen Hip-Hop und andere Tanzformen hinzu – erst mit zwölf Jahren begann die Schweizerin mit Ballett, um mit 16 Jahren ihre Tanzausbildung in Rotterdam zu beginnen. Mallika Baumann hat ihre Ausbildung in jungen Jahren in Hamburg genossen, um sich später im niederländischen Arnheim ausbilden zu lassen - wie auch Viviane Frehner zog nach Holland um zur Ballettschule zu gehen.

Die drei Tänzerinnen drücken sich auf der Bühne mit dem Körper aus. Sigrid Schönlaus Aufgabe hingegen ist es, zunächst eine Sprache dafür zu finden, was in den Stücken erarbeitet wird. „Anders als beim Sprechtheater gibt es beim Tanz ja kein vorgegebenes Skript“, erklärt die Dramaturgin ihre Aufgaben, zu denen auch die Öffentlichkeitsarbeit gehört. Sie alle haben das Stück „Synthetic Twin“ erarbeitet, mit dem sie am 28. November Premiere feiern. Sie berichten vom künstlerischen Findungsprozess, den Risiken des Bühnenbilds, in dem Tänzer die Wände in ihre Choreografie einbinden, und den Notlagen, in die die schweren Kostüme sie bringen und runden den Blick hinter die Kulissen damit ab. Weitere Kamingespräche sollen folgen: am 24. Januar mit Mitgliedern des Musiktheaters und am 14. März mit Schauspielern.