Kultur Infiziert von Punk und Protest

06.07.2007, 22:00 Uhr

Musikfilm-Spezialist Julien Temple hat sich bereits 1979 mit "The Great Rock 'n' Roll Swindle" den "Sex Pistols" und dem Phänomen Punk gewidmet. Mit "Joe Strummer - The Future is Unwritten" legt der Regisseur nun ein Filmporträt des Frontmanns der britischen Band "The Clash" vor.

Bevor Joe Strummer, der mit bürgerlichem Namen John Graham Mellor hieß, 1976 bei "The Clash" als Sänger und Gitarrist einstieg, hatte der selbsternannte "Punkrock Warlord" bereits ein bewegtes Leben und musikalische Erfolge hinter sich. 1952 in der Türkei als zweiter Sohn eines indisch-stämmigen britischen Diplomaten geboren, lebt Joe mit seiner Familie in zahlreichen Ländern. Zurück in England, fällt Joe bereits im Internat als Rebell auf.

Anfang der Siebzigerjahre lernt er Gitarre spielen und schließt sich der Hausbesetzer-Szene in London an. Mit der Band "101-ers" feiert er erste musikalische Erfolge. Doch Strummer ist von Punk und Protest infiziert und geht zu "The Clash". Mit ihrer ersten Single "White Riot" katapultierte sich die Band in die erste Reihe der britischen Punkrock-Bands. Fast zehn Jahre schreibt Strummer mit der Band Musikgeschichte. Als sich "The Clash" Ende 1985 auflösen, sind Werdegang und Film noch längst nicht am Ende. Bis Strummer 2002 an einem Herzfehler stirbt, haben seine Weggefährten sowie Prominente aus der Film- und Musikbranche noch viel am symbolträchtigen Lagerfeuer zu erzählen.

Das packende Porträt über einen charismatischen, aber auch verletzenden Künstler fügt die Interviews mit Archivfilmen, Home Movies, Konzertaufnahmen und Strummers Radiosendung "London Calling" zu einer fulminanten Collage zusammen.