Kultur Förderpreis für die Vermittlung von Musik

20.07.2009, 22:00 Uhr

Die klassische Musik steckt tief in der Krise. Passionen von Bach, Symphonien von Beethoven oder Konzerte von Brahms sind dem Publikum offenbar schwerer zu vermitteln als Langzeitarbeitslose auf dem Arbeitsmarkt. Zudem haftet der Klassikszene der Ruf eines elitären Zirkels an, und schließlich gelten die Rituale des Konzertlebens als antiquiert und kompliziert wie die Tisch etikette an der Tafel der britschen Queen.

Musikern und Veranstaltern ist dieses Problem längst bewusst. Deshalb versuchen landauf, landab Education-Projekte, Menschen an die klassische Musik heranzuführen, die bisher dem Konzertsaal ferngeblieben sind. Nun sucht die Niedersächsische Sparkassenstiftung zusammen mit dem Musikland Niedersachsen „neue und nachhaltige Ansätze“, um klassische Musik Menschen aller Altersgruppen nahezubringen. Aus diesem Grund wird nun erstmals der Förderpreis Musikvermittlung ausgeschrieben.

Damit sollen alle zwei Jahre „Projekte im Bereich Musikvermittlung und Konzertpädagogik gefördert werden“, wie es in der Ausschreibung heißt. Allerdings ist die Teilnahme an verschiedene Voraussetzungen geknüpft: So müssen die Beteiligten der Projekte aus Niedersachsen stammen. Zudem legen die Verantwortlichen Wert auf Innovation: Bewertet werden nur Konzepte und keine bereits realisierten Projekte. Dabei sollen die Projekte „individuelle Zugänge zur Musik“ ermöglichen. Wichtige Kriterien sind außerdem die musikalische Qualität und die Kreativität, mit der neue und originelle Formen der Musikvermittlung entwickelt werden.

Aus den eingereichten Arbeiten wählt eine Jury bis zu fünf Einzelprojekte aus, die sich das Preisgeld von insgesamt 40000 Euro teilen. Vergeben werden die Preise bei der Konferenz „Musikland Niedersachsen“ am 11. November in Wolfenbüttel. Bewerben können sich Ensembles und Musikveranstalter; allerdings muss die Bewerbung in Zusammenarbeit mit einer gemeinnützigen Organisation erfolgen.