Kultur Endlich kommt Bewegung in die Sache

Meinung – Dr. Stefan Lüddemann | 27.03.2014, 19:15 Uhr

Was wird aus den Bildern des Cornelius Gurlitt? Auf diese Frage gibt es jetzt eine Antwort - die der Rückgabe. Ein Kommentar.

Na, endlich! Cornelius Gurlitt will Bilder aus seiner Sammlung an die Erben jüdischer Vorbesitzer zurückgeben. Damit kommt endlich Bewegung in die Sache. Denn nun muss mit erhöhter Geschwindigkeit nach Besitzverhältnissen geforscht werden. Und die Staatsanwaltschaft Augsburg sollte endlich klarmachen, was sie mit den beschlagnahmten Gurlitt-Bildern im Sinn hat. Ansonsten könnte die paradoxe Situation entstehen, dass die Beschlagnahme gebotene Rückgaben vorerst verhindert.

Das ist aber nicht das einzige Problem. Wer koordiniert die weiteren Nachforschungen nach der Herkunft der Bilder? Neben der Taskforce forschen auch Gurlitts Anwälte. Obendrein lagern die Bestände der Gurlitt-Sammlung in zwei Ländern. Das hört sich nicht nur kompliziert an, das ist auch kompliziert. Der Fall Gurlitt sollte Ansporn sein, auch in weiteren Richtungen nach Raubkunst zu forschen. Was ist zum Beispiel aus den Beständen der anderen Galeristen geworden, die für die Nazis Kunst handelten? Fragen über Fragen.