Gut inszenierter Gruselschocker Spukfilm „The Conjuring – Die Heimsuchung“

Von Tobias Sunderdiek | 02.08.2013, 15:46 Uhr

Hinter mancher Idylle steckt oft ein Ort des Schreckens. So auch 1971 in Rhode Island. Als das Ehepaar Perron mit seinen fünf Töchtern in ein hübsches weißes Holzhaus einzieht, ahnen sie zunächst nicht, dass böse Mächte in ihm wohnen: Gänsehautkino.

Erst berühren sie des Nachts die Beine der schlafenden Kinder, dann erscheinen in Spiegeln als Gespenster aus der Vergangenheit oder verbreiten den Geruch verfaulten Fleisches.

Doch die Attacken werden immer bedrohlicher, eine Tochter verschwindet, die Mutter wird im Keller eingeschlossen – zusammen mit einem Dämon. Also wendet sich die Familie an zwei Parapsychologen. Ihr Rat: Das Haus braucht einen Exorzismus. Doch ein böser Geist hat schon Besitz von einem Familienmitglied genommen und droht alle zu töten. Und die Zeit drängt.

Knarzende Bodendielen. Wehende Gardinen. Gewitter. Ein unheimlicher Keller. Visionen von schrecklichen Ereignissen aus der Vergangenheit. Regisseur James Wan, der als Regisseur des ersten „Saw“-Films 2004 die äußerst brutale „Torture Porn“-Variante des Horrorfilms mit heraufbeschwor, hat sich nun auf alte Traditionen besonnen. Sein neuster Film beschwört älteste Elemente hervor, ist vor allem eine Rückbesinnung auf das Genre des guten alten Spukhausfilms. Dabei variiert Wan nur alte Filme, vor allem William Friedkins „Der Exorzist“ (1973) und Stuart Rosenbergs „Amityville Horror“ (1978).

Besonders mit dem letztgenannten hat „Conjuring“ einen angeblichen Authentizitätsanspruch gemein. Schließlich soll das Ganze „auf wahren Begebenheiten“ basieren. Was natürlich Humbug ist. Aber zumindest ein gut inszenierter. Schließlich weiß Wan, dass die Dunkelheit und Andeutungen viel wirkungsvoller sein können als breit ausgespielte Effekte. Denn nichts ist eindrucksvoller, als mit der Fantasie des Zuschauers zu spielen. Eine Tugend, die nicht viele aktuelle Filme des Genres haben, hier aber weitestgehend gelingt. Und was wohl auch dafür verantwortlich ist, dass der Gruselschocker in den USA zum Hit wurde – und das bei einem für Hollywood-Verhältnisse niedrigen Budget von 20 Millionen Dollar. Ein Sommerblockbuster also, der Gänsehaut produziert. Und das sogar ohne Klimaanlage.

The Conjuring – Die Heimsuchung“. USA 2013. R.: James Wan. D.: Vera Famiga, Patrick Wilson, Lili Taylor, Ron Livingston. 112 Min. FSK ab 16. Filmpassage, Cinestar.