Google Doodle zu Ludwig van Beethoven Woran starb Ludwig van Beethoven?

Von Ralf Döring | 17.12.2015, 14:29 Uhr

Am 17. Dezember 1770 wurde Ludwig van Beethoven getauft. Deswegen widmet ihm Google heute sein Doodle.

Jeder kennt „tatata taaaaa“: So beginnt die fünfte Sinfonie von Ludwig van Beethoven. Und jeder kennt „Freude schöner Götterfunken“: So schließt die neunte Sinfonie. Allein die beiden Schnipsel reichen, um ihn berühmt zu machen. Doch der Komponist aus Bonn hat einiges mehr zu bieten. Weiterlesen: Klassik-Open-Air auf dem Osnabrücker Domvorplatz mit Beethovens Neunter. 

 Der ernsthafteste Beethoven-Fan: Wer sich intensiv der klassischen Musik im Allgemeinen und Beethoven im Speziellen beschäftigt, wirkt auf seine Mitmenschen mitunter etwas exzentrisch. Er muss sich und seine Kunst rechtfertigen und Antworten auf abstruse Fragen finden, wie diese: Hätte Beethoven in Nashville eine Chance gehabt? Wie schafft es Beethoven, zu berühren? Keiner setzt sich intensiver mit diesen und ähnlichen Fragen auseinander als Schroeder, der blonde Pianist aus „Peanuts“. Hier spielt er sich durch Beethovens Klaviersonaten:

 Beethoven und das Geld: Ludwig van Beethoven war jähzornig. Und er liebte das Geld. So drohte er damit, von Wien nach London überzusiedeln, weil ihm das dortige Konzertleben finanziell lukrativer erschien. Daraufhin sammelten in die reichen Musikfreunde, um Beethoven ein angemessenes Grundeinkommen zu sichern. Er blieb. Sein Geld hütete er trotzdem, und verlor er mal einen Groschen, konnte er ziemlich wütend werden. Andererseits verfügte er über genügend Selbstironie, um das in einem kleinen, nervösen Werk zu verarbeiten: „Die Wut über den verlorenen Groschen“. (Google feiert seinen Geburtstag im Doodle – wann immer es Google passt) 

 Beethoven und die Titel seiner Werke: Beethoven liebte das Landleben. Das floss in seine Musik ein: Die sechste Sinfonie beschäftigt sich ausführlich damit; Beethoven selbst nannte sie „Pastorale“. Eine Klaviersonate trägt ebenfalls diesen Namen – er wurde vom Verleger hinzugefügt. Der c-Moll-Klaviersonate op. 13 heftete ebenfalls ein Verleger den Namen „Pathetique“ an, und die „Mondscheinsonate“ heißt so, weil sie der Musikschriftsteller Ludwig Rellstab so nannte, nach Beethovens Tod. Immerhin: Etwas Somnambules ist diesem Stück eigen, wie diese Aufnahme zeigt:

 Beethoven und seine Ohren: Ebenso berühmt wie sein „tatata taaaa“ ist der Umstand, dass sich Beethovens Gehör immer mehr verschlechterte. Sein Spätwerk - die großen Klaviersonaten, die Missa Solemnis, die neunte Sinfonie – schrieb er in völliger Taubheit. Zeitgenossen erzählen von der Uraufführung der siebten Symphonie: Er habe damals als Dirigent ein piano angezeigt, wie er es immer tat, nämlich indem er sich ganz klein hinter seinem Notenpult versteckte. So auch hier - nur leider zwei Takte zu früh. Der letzte Satz muss überhaupt ein ziemlicher Tumult gewesen sein - kein Wunder, der Satz ist schon schwierig genug, wenn man hört wie ein Eichhörnchen. (Weiterlesen: Bei der Eröffnung der Niedersächsischen Musiktage 2014 spielten die Bamberger Symphoniker Beethovens Siebter.) 

 Beethoven und die Frauen: Ein schwieriges Thema. Anfangs in Wien hatte er durchaus etwas von einem Salonlöwen: Modisch gekleidet und als fantastischer Pianist war er ein gern gesehener Gast in den Wiener Salons. Aber Frauen? Beethoven verliebte sich häufig, zu seinem Pech meistens in adlige Klavierschülerinnen – und da war im damaligen Wien für einen Bürgerlichen unerreichbar. So hatte Beethoven anscheinend ein paar Beziehungen, aber nichts von Dauer. Doch da ist noch die „unsterbliche Geliebte“ - die taucht allerdings nur in Briefen auf. Und vielleicht in seiner Musik? Da konnte er sehr charmant und liebenswürdig sein. Zum Beweis geht‘s hier. 

 Beethoven, der Alkohol und der Tod: Mozart lässt seinen Don Giovanni ein vor Testosteron strotzendes Hohelied auf den Wein singen; die Rezeptionsgeschichte hat daraus die „Champagner-Arie“ gemacht. Johann Strauß beschwört den Rausch in der „Fledermaus“ mit einem dadaistischen „Duidu“, und Beethoven? Hat gesoffen, in seine Kunst ist das indes nur selten eingeflossen: ins Trinklied des „Fidelio“ zum Beispiel. Wie auch immer: Was sein Trinkverhalten anging, war Beethoven erblich vorbelastet: Der Vater hat den Knaben wohl häufiger aus dem Bett und ans Klavier geprügelt, wenn er nachts betrunken nach Hause gekommen ist. Letztlich ist der Alkohol auch Ludwig zum Verhängnis geworden: Leberzirrhose und Bleivergiftung lautete die Diagnose nach seinem Tod. Ob er sich dieses Blei nun zugeführt hat, weil der Wein, den er literweise getrunken hat, mit Bleizucker gesüßt wurde, oder ob es die Folge einer medizinischen Behandlung war - egal. Auf jeden Fall hatten ihm die Ärzte verträglicheren Wein verordnet: „Guten, alten Rheinwein“, wie er seinem Verleger Schott in Mainz schrieb. Der schickte auch Rheinwein auf den Weg, aber damals dauerte das seine Zeit. Als die Lieferung ankam, quittierte sie Beethoven angeblich mit seinen letzten Worten: „Schade, Schade, zu spät.“ (Mechanischer Fernseher im Doodle: Was ist das überhaupt?)