Filme mit Fernandel und Gino Cervi Schönes Buch über Don Camillo und Peppone

Von Tobias Sunderdiek | 25.07.2014, 23:00 Uhr

Als Streithähne waren sie ein Traumpaar: Don Camillo und Peppone. Jetzt ist ein Buch über die Filme mit den beiden Kinohelden erschienen.

sun Osnabrück. Die Grabenkämpfe des Kalten Krieges fanden auch in Italien statt. Zum Beispiel in der Po-Ebene in einem kleinen Kaff, wo nicht nur die Kirche im Dorf blieb, sondern auch die Kommunistische Partei Italiens den Bürgermeister stellte, Signor Peppone.

Der sah übrigens ein wenig aus wie Josef Stalin: ein väterlicher Onkeltyp. Gottlob war der nicht so brutal wie sein Ebenbild in Moskau, sondern vor allem eins: bauernschlau. Auf der ideologischen Gegenseite stand der katholische Priester Don Camillo, der, stets in schwarzer Soutane gekleidet, mit einem Gesicht gesegnet war, das mitunter an das eines Pferdes erinnerte.

Als 1952 der französische Sänger und Schauspieler Fernandel und der Italiener Gino Cervi als „Don Camillo und Peppone“ erstmals in einem gleichnamigen Film auftraten , da ahnten sie wohl nicht, wie sehr die humoristisch gefärbten Hahnenkämpfe der beiden das Publikum begeistern würden. Bis heute, wo sie noch ständig im Fernsehen und auf DVDs präsent sind.

Vier Fortsetzungen entstanden, eine fünfte musste abgebrochen werden. 1970 erkrankte Fernandel schwer und verstarb kurz darauf, und als auch Gino Cervi ausfiel, musste der Film völlig neu mit Lionel Stander (Peppone) und Gastone Moschin (Don Camillo) gedreht werden. Doch sowohl dieser Film als auch ein neuer Filmversuch mit Terence Hill 1983 sind heute vergessen.

Autor Reiner Boller, bekannt als Biograf von Lex Barker und Brad Harris, untersucht in seinem neusten, schön bebilderten und gut lesbaren Band nun die gemeinsamen Filme des beliebten Komikerduos, recherchierte dazu bei den Kindern von Giovanni Guareschi, dem Autor der zugrunde liegenden Geschichten, erzählt anekdotenreich von den Dreharbeiten und deckt wenig Bekanntes auf: Zum Beispiel, dass zunächst eigentlich Hollywood-Regisseur Frank Capra Interesse an einer Verfilmung zeigte und sogar mit Spencer Tracy besetzen wollte.

Ein schönes Thema in einem überaus gelungenen Buch.

Reiner Boller: „Don Camillo und Peppone – Die Filme mit Fernandel und Gino Cervi von 1952 bis 1970“. 313 S., Abbildungen, Schwarzkopf & Schwarzkopf, 19,95 Euro.