Festspiele unter Aufsicht Zielfahnder im „Ring“: Terror ängstigt auch Bayreuth

Von Dr. Stefan Lüddemann | 23.06.2016, 07:00 Uhr

Die Terrorabwehr erreicht auch die Bayreuther Festspiele. Sicherheit geht dabei vor Komfort. Auch ein Festival könnte ins Visier des Terrors geraten.

Gäbe es in der Welt von Wagners „Ring des Nibelungen“ doch nur Terrorfahnder. Der finstere Hagen wäre als Attentäter enttarnt, Siegfried als blondes Sicherheitsrisiko entdeckt und – Vorsicht, Augenklappe! – Wotan als Netzwerker des Verhängnisses aufgeflogen. Wagners Opernvierteiler quillt über vor Bösartigkeit und Gewalt. Und begeistert bis heute als Gleichnis einer von Besitzgier getriebenen und deshalb destruktiven Gesellschaft. Hier weiterlesen: Bayreuths braune Vergangenheit .

Damit dieses Stück von einer missratenen Welt, die am Ende in Flammen aufgeht, auf dass eine neue entstehen möge, ungestört über die Bühne gehen kann, bedarf es der Gefahrenabwehr im ganz realen Leben. Die Bayreuther Festspiele holt damit ein, was für viele Kulturstätten schon Wirklichkeit ist – Ausweisausgaben und Taschenkontrollen kommen vor dem Kunstgenuss. Auf dem Grünen Hügel stört das die traditionell gelöst familiäre Atmosphäre besonders. Hier weiterlesen: Festspiele 2015 mit „Tristan“ gestartet.

Aber wer wollte die Nachlässigkeit verantworten? Auch berühmte Kulturevents wie die Bayreuther Festspiele können zu Zielen des Terrors werden. Nicht nur in der Welt des „Rings“ sinnen finstere Leute auf nächste Gewalttaten.