Fand Bittbrief Gehör? Pass zurück: Aslı Erdoğan kommt zur Preisverleihung nach Osnabrück

08.09.2017, 16:00 Uhr

A. Osnabrück . Die Trägerin des Erich-Maria-Remarque Friedenspreises 2017 Aslı Erdoğan wird nun doch an der Preisverleihung am 22. September in Osnabrück und an der Diskussionsveranstaltung am Vorabend teilnehmen. Überraschend hat sie ihren Reisepass zurückerhalten, sodass sie die Türkei verlassen kann. Dasteilte die Stadt Osnabrück mit.

Erst gestern hatten die Stadt , die Jury des Remarque-Friedenspreises und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels einen Brief an den türkischen Präsidenten Erdoğan einen Brief an den türkischen Präsidenten Erdoğan veröffentlicht, in dem sie um die Ausstellung eines Reisepasses gebeten haben.

Aslı Erdoğan erhält den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis vor allem für ihr journalistisches und schriftstellerisches Wirken, für ihr Berichte über die Auswirkungen der politischen Verhältnisse in der Türkei auf die Menschen und ihren Alltag, insbesondere auch im Hinblick auf die Essaysammlung „Nicht einmal das Schweigen gehört uns noch“, die eine Auswahl ihrer Essays enthält, die derzeit nicht in der Türkei erscheinen können. Die in Istanbul lebende Autorin, gilt als scharfe Kritikerin von Präsident Erdogan.

Der Verein „Pulse of Europe“ erhält den Sonderpreis für das Eintreten für ein Europa, „in dem die Achtung der Menschenwürde, die Rechtsstaatlichkeit, freiheitliches Denken und Handeln, Toleranz und Respekt selbstverständliche Grundlage des Gemeinwesens sind“.

Gründe sind nicht bekannt

Ob es nun der Brief des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels war oder andere Gründe, warum Asli Erdogan nun so schnell ihren Reisepass zurückerhielt, darüber hat die Stadt Osnabrück keine Informationen. Prof. Wolfgang Lücke, Osnabrücker Universitätspräsident und Vorsitzender der Jury des Erich-Maria-Remarque-Friedenspreises sowie Oberbürgermeister Wolfgang Griesert als stellvertretender Jury-Vorsitzender hatten den Brief an den türkischen Präsidenten mit unterschrieben (wir berichteten).

„Alle Unterzeichner und die Stadt Osnabrück freuen sich, dass der Reisepass nun vorliegt und Asli Erdogan auch nach Osnabrück kommen möchte“, sagte Sven Jürgensen, Sprecher der Stadt, auf Anfrage. „Jetzt werden wir alles so vorbereiten, dass die Preisträgerin kommen kann und nichts dazwischen kommt. Ein kleines Papier wird zum schönen Zeichen dafür, dass Asli Erdogan den Friedenspreis in der Heimatstadt Erich Maria Remarques entgegennehmen kann. Es wäre unser Wunsch, dass es auch zum wunderbaren Zeichen für das Verhältnis von der Türkei und Europa würde“, betonte Jürgensen mit hörbarer Freude.