Fakten zum Film „Der Moment der Wahrheit“ mit Blanchett und Redford

Von Daniel Benedict | 02.06.2016, 16:37 Uhr

„Moment der Wahrheit“: Cate Blanchett und Robert Redford erzählen in James Vanderbilts Film die reale Geschichte eines Medienskandals nach.

2004 platzt eine brisante Nachricht in den Präsidentschaftswahlkampf zwischen John Kerry und George W. Bush: Die sogenannten Killian-Dokumente legen nahe, dass Amtsinhaber Bush in den 70er-Jahren durch Protektion dem Vietnam-Einsatz entgangen ist. Statt in den Krieg zu ziehen, war Bush in die Nationalgarde berufen worden – wo er dann nicht mal seinen Dienst wahrgenommen habe. Nur Stunden nach der Enthüllung in der CBS-Sendung „60 Minutes“ werden die belastenden Papiere online als Fälschung attackiert. Der Nachrichten-Mann Dan Rather muss sich später für den Beitrag entschuldigen; seine Produzentin Mary Mapes verliert ihre Arbeit – und fasst ihre Erinnerungen in einem Sachbuch zusammen. (Was taugt der „Moment der Wahrheit“? Zur Kritik des Blanchett-Films)

Mapes Memoiren sind die Grundlage für das Journalismus-Drama „Der Moment der Wahrheit“. Cate Blanchett spielt darin die Rolle der Enthüllungsjournalistin; Robert Redford übernimmt den Part ihres väterlichen Mentors, des Anchor-Mans Rather. Genau 40 Jahre nach seinem Watergate-Klassiker „Die Unbestechlichen“ spielt er damit erneut einen legendären Journalisten – und variiert die Rolle nun als gescheiterter Rechercheur.

Auch der Regisseur James Vanderbilt kennt sich in Redaktionen aus. Als Autor von David Finchers „Zodiac“ (2007) schilderte er das Katz-und-Maus-Spiel eines Serienmörders mit dem „San Francisco Chronicle“, zuletzt schrieb er die Bücher für Marc Webbs Filme über den Fotoreporter und Superhelden Spider-Man.

Beim „Moment der Wahrheit“ versucht sich Vanderbilt zum ersten Mal als Regisseur. Und zumindest bei den Vorbildern seiner Figuren polarisiert seine Arbeit. Während sich der reale Dan Rathers im Porträt von Robert Redford gern wiedererkennt, ist die Konzernspitze von CBS unzufrieden. Der Sender, dem im Film ein journalistischer Rückzieher aus finanziellen Gründen unterstellt wird, erkennt wenig Wahrheit im „Moment der Wahrheit“ und weigerte sich deshalb, Werbung für den Film zu schalten. In Deutschland startet er am 2. Juni.