Erstes Bild mit Gebirgsmotiv Kunstberater Helge Achenbach malt in der Haft

Meinung – Dr. Stefan Lüddemann | 02.06.2016, 10:45 Uhr

Der verurteilte Kunstberater Helge Achenbach wird selbst zum Künstler. Er malt in der Haft. Und liefert sein Werk prompt beim Auktionator ab.

Von Andy Warhols Weisheit, dass ein gutes Geschäft das beste Kunstwerk sei, möchte der wegen Betruges verurteilte Helge Achenbach sicher nichts mehr hören. Als Kunstberater und Society-Gastronom war er nach Warhols Maßstab ein prima Performer, aber kein guter Künstler. Hier weiterlesen: Workshop im Knast - Achenbach malt.

Jetzt nimmt der Kunstberater einen zweiten Anlauf. Der Mann, der als Händler immer wusste, was in der Kunst vorne ist, wählt als Künstler das Modell von vorgestern und wuchtet ein sperriges Gebirgsmassiv auf die Leinwand. Achenbach, der Malerfürst? Ein Schelm, wer bei dem hochalpinen Motiv seines Erstlings an Prozesslawinen denkt. Hier weiterlesen: Der Achenbach-Skandal beschädigt die Kunst.

Eines ist aber wirklich der Gipfel. Achenbach lässt sein erstes Bild just bei jenem Auktionator versteigern, der schon seine Lagerbestände in einer traurigen Resteverwertung unter die Leute gebracht hatte. Nach Achenbachs Ware gibt es jetzt ein Werk von eigener Hand. Ein schaler Publicity-Effekt. Müsste Achenbach nicht endgültig genug vom Kunstmarkt haben? Nein, er ist gleich wieder dabei. Der Markt liebt die Kunst, gerade jene, an der Tragik klebt. Hier weiterlesen: Brille im Museum - das Netz lacht über Kunst-Streich.