Emder Kunsthalle Die Stimme der freien Welt

Meinung – Dr. Stefan Lüddemann | 03.02.2017, 16:35 Uhr

Weltweit wächst die Unfreiheit. Künstler geraten unter Druck. Die Kulturhäuser des Westens werden als Orte der Freiheit immer unverzichtbarer.

Ob die Kunsthalle Emden seine Rettung war? Maxim Kantor schaffte über das Museum im Nordwesten einst den Schritt in die Freiheit. Nun ist er wieder da. Und prangert mit seiner Kunst erneut Unfreiheit an. Das Museum bietet ihm abermals die Bühne – und gibt ein Musterbeispiel dafür, wie Kulturhäuser politisch wirken können. Vor 30 Jahren schöpften Künstler im Ostblock Kraft aus den Kontakten mit Unterstützern im Westen. Heute ist diese Unterstützung wieder gefragt.

Denn die Welt mag sich seit dem Verschwinden von Sowjetunion und Warschauer Pakt verändert haben. Die Unfreiheit ist geblieben. Heute hat sie nur andere Schauplätze. Heute sind Künstler aus afrikanischen oder arabischen Ländern auf Vermittler im Westen angewiesen. In der Türkei wächst gerade die Unfreiheit. Polen und Ungarn setzen Künstler unter Druck. Und Trumps Administration streicht Mittel für die Künste. Wer weiß, wer bald auf Europas Kulturhäuser angewiesen sein wird, um Gehör zu erhalten. Die Kulturhäuser der freien Welt werden noch sehr gefragt sein.