EM 2016: Frankreich kurz erklärt Wie komme ich an meinen Platz im Restaurant?

Von Dr. Stefan Lüddemann | 08.06.2016, 08:00 Uhr

„Frankreich à la carte“: Unter diesem Titel erklären wir zur EM 2016 kurz und knapp den Alltag unseres Nachbarlandes. Heute: Wie geht das mit dem Tisch im Restaurant?

Wo sind die Stolperdrähte im französischen Alltag aufgespannt? Zum Beispiel gleich hinter der Tür eines Restaurants. Deutsche Gäste betreten eine Gaststätte und stürmen umstandslos an den nächsten freien Tisch, lassen sich fröhlich nieder und wundern sich, dass der Kellner missbilligend die Augenbraue hochzieht. Hier weiterlesen: Das kleine Wort Pardon - für mehr Höflichkeit im Alltag.

Der Grund: Der Restaurantgast wartet an der Tür, bis ihm ein Platz zugewiesen wird. In guten Lokalen, erst recht in jedem Gourmettempel, markiert ein Tischchen oder ein Pult den Platz, an dem der Gast, bitte ohne Zeichen der Ungeduld, zu warten hat. Der Chef de Service wird sich seiner annehmen und ihn an seinen Platz führen. Das gilt auch, wenn kein Tisch reserviert ist. Franzosen legen Wert auf Etikette. Selbst in der Alltagshektik reguliert sie das Miteinander. Hier weiterlesen: Tristesse im Lichterglanz - Paris nach den Anschlägen .

Der Gast wartet, weil er ein Terrain betritt, über das ein anderer gebietet. Er überlässt dem Kellner die Initiative und respektiert so dessen Souveränität. Wo gilt das alles nicht? In den billigen Touristenfallen. Aber wer geht da schon hin? Quelle horreur! Hier weiterlesen: Liebeserklärung an Paris - ein Stadtporträt in 400 Fotos.