EM 2016: Frankreich kurz erklärt Die Rechnung, bitte! Wie zahle ich richtig?

Von Dr. Stefan Lüddemann | 11.06.2016, 08:00 Uhr

„Frankreich à la carte“: Unter diesem Titel erklären wir zur EM 2016 kurz und knapp den Alltag unseres Nachbarlandes. Heute: Wie geht das mit der Rechnung im Restaurant?

Wer zahlt was? Nach dem in Gesellschaft genossenen Mahl lassen sich Deutsche gern auseinanderdividieren – wenigstens im Hinblick auf die Zeche. Kellner machen die Tour um den Tisch, damit jeder seinen Obolus entrichten kann. In Frankreich ist das undenkbar. Auch an voll besetzten Tafeln wird nur einmal abgerechnet. Eine Person zahlt die gesamte Rechnung. Hier weiterlesen: Frankreich à la carte - wie bekomme ich meinen Tisch im Restaurant?

Erst danach teilen sich die Gäste die Rechnung. Dabei gilt es als knickrig, den eigenen Anteil exakt zu ermitteln. Der Betrag wird durch die Zahl der anwesenden Personen geteilt. Jeder zahlt die gleiche Summe, keiner versucht, den anderen durch nicht abgesprochene Einladungen zu übertrumpfen. Warum? Weil das gemeinsame Essen sozialen Zusammenhalt stiftet, Raum für zwanglose Kommunikation bietet, mit einem Wort, heilig ist. Hier weiterlesen: Tristesse im Lichterglanz - Paris nach den Anschlägen .

Rund um den Tisch entsteht convivialité, eine mit deutscher Gemütlichkeit nicht zu verwechselnde Geselligkeit. Wer bei der Rechnung kleinlich nachrechnet, dementiert jene Gemeinschaft, die der Genuss gestiftet hat. Was für ein Fauxpas. Hier weiterlesen: Das kleine Wort Pardon - für mehr Höflichkeit im Alltag.