Disney plant Großes Wie geht es nach Star Wars 7: Das Erwachen der Macht weiter?

Von Manuela Kanies | 16.12.2015, 16:23 Uhr

Mit dem Verkauf der„Star Wars“-Rechte an Disney beginnt für das Franchise eine neue Ära: Handlungen müssen sich nicht mehr an den bisherigen Kanon halten, Regisseur J. J. Abrams und die Drehbuchautoren haben freie Hand bei den Fortsetzungen von „Star Wars VII: Das Erwachen der Macht“.

Wie geht es weiter?

Nach dem Happy End von Episode 6, bei dem alle Weltraumwesen die Befreiung von den Sith feiern, führt „Episode 7: Das Erwachen der Macht“ die Heldensage fort. Der alte Mythos um Luke, Han Solo und Leia wird aufgegriffen und mit neuen Charakteren ergänzt, wie Stormtrooper Finn. (Lesen Sie dazu auch unsere aktuelle Kritik zu Star Wars 7: Das Erwachen der Macht) 

Daran sollen 2017 „Episode 8“ und 2019 „Episode 9“ anknüpfen, wie der Disney-Konzern unlängst bekannt gab. Doch das ist dem mächtigen Unternehmen nicht genug: Das erfolgreichste Franchise der Filmgeschichte bekommt weitere Ableger, sogenannte Spin-offs. In diesen, bislang drei geplanten, Filmen, sollen die Geschichten anderer Figuren erzählt werden, denkbar ist zum Beispiel ein Einzelfilm über Han Solo. (In welcher Reihenfolge sollte man die Star Wars-Filme ansehen?) 

Details gibt es nicht, die Geheimhaltungsstrategie von Disney wird wie bei „Star Wars 7“ beibehalten. Klar ist bislang nur, dass die Spin-offs zwischen den Hauptfilmen ins Kino kommen sollen, also Teil 1 2016, Teil 2 2018 und Teil 3 2020. Der Titel des ersten Teils steht schon fest: „Rogue One“ mit Felicity Jones soll in genau einem Jahr, also Dezember 2016, veröffentlicht werden. Ähnlich wie bei den Comic-Verfilmungen aus dem Hause Marvel verfolgt Disney auch mit „Star Wars“ das Ziel, möglichst viel Umsatz mit einem Franchise zu erzielen. (Weiterlesen: Alle Fakten zu den Star Wars-Filmen.) 

Was ändert Disney am bisherigen „Star Wars“-Universum?

Vorlagen, das wissen die eingefleischten Fans, gibt es reichlich für die Filmfortsetzungen. Doch mit dem Kauf der Rechte am „Star Wars“-Universum schlägt Disney einen neuen Weg ein: Alle Romane, Comics, Spiele und Serien, die nach Episode 6 veröffentlicht wurden, gehören nicht mehr zum Kanon und spielen keine Rolle mehr. Alle Handlungsstränge außer aus den sechs Filmen und der TV-Serie „Clone Wars“ werden inhaltlich künftig ignoriert, ein Blankoscheck für die Drehbuchautoren und Regisseur J. J. Abrams. (Weiterlesen: George Lucas gibt die Macht an Disney.) 

Bei Fans stieß diese Nachricht auf Unverständnis: Hatte doch „Star Wars“-Erfinder George Lucas alles überprüfen lassen, was veröffentlicht wurde, um Logiklöcher in seinem Universum zu vermeiden. Bei Disney wird es eine ähnliche Vorgehensweise geben, neue Comics und Romane müssen vor Veröffentlichung abgesegnet werden. Dennoch blutet so manchem Fan das Herz, wurden bei dieser Strategie doch geliebten Charakteren der Gnadenstoß verpasst.

Für Disney hingegen ist diese Strategie sinnvoll: Wie bei den Comic-Verfilmungen aus dem Hause Marvel hält der Konzern jetzt alle Handlungsstränge in den Händen, um ein heterogenes Universum zu erschaffen.

Kindgerechtes Erzählen statt dunkler Macht?

Neue Charaktere, neue Allianzen, neue Geschichten: So viel Freiheit das auch bedeutet, so massentauglich und wenig charakteristisch könnte das werden. „Star Wars“ hat eine eingeschworene Fangemeinde, entweder man liebt oder hasst die Filme und alles, was damit zusammenhängt. Doch wer an den alten Geschichten hängt, könnte schnell enttäuscht werden.

Ob der auf Kinderunterhaltung ausgerichtete Konzern der Saga die düstere Stimmung nimmt, müssen die Folgefilme zeigen. Bei den Comicverfilmungen von Marvel und Disney zeigt sich seit „Avengers“: Der Konzern lässt auch düster und verzweifelt zu, da hat Marvel-Chef Kevin Feige aber noch viel zu sagen. Wie viel Einfluss der Erfinder George Lucas auf Disneys Pläne hat, bleibt ungewiss. Sicher ist leider: Der kindertauglichste „Star Wars“-Film, Episode 1, stammt noch aus der Zeit vor Disney von Lucas selbst.