Der wöchentliche Silberblick Statistik wirft Frage auf: Gucken Schildkröten Pornos?

Eine Kolumne von Joachim Schmitz | 02.06.2018, 08:13 Uhr

In unserer wöchentlichen Kolumne „Silberblick“ berichtet die Kulturredaktion über mehr oder weniger skurrile Beobachtungen aus Alltag und dem Kulturleben. In dieser Woche geht es um Pressemeldungen, die die Welt nicht braucht - zum Beispiel über Pornos in Alaska.

Als Journalist rutscht man immer wieder ungewollt und ungefragt in so manchen Presseverteiler, der einen fortan mit Meldungen flutet, die die Welt nicht braucht. Andererseits erfährt man auf diese Weise Dinge, die man ansonsten nicht mal geahnt hätte.

Und so bin ich jetzt bestens darüber informiert, wie unglaublich hoch der Pornokonsum der Bewohner Alaskas ist: Genau 317460-mal haben sie sich im April eingeloggt – dies entspricht der Pressemail zufolge bei einer Bevölkerungszahl „von knapp 739795“ einem Anteil von 42,91 Prozent. So heißt es zumindest in einer Presse-Rundmail der nach eigenen Angaben „weltweit größten Amateur-Erotik-Seite“.

Gucken auch Schildkröten?

Doch nicht nur in Alaska waren die Porno-Statistiker aktiv, sondern auch in anderen Winkeln dieser Welt: Für die abgelegene Atlantikinsel St. Helena ermittelten sie einen Anteil von 25,03 Prozent Erotik-Usern, für Vatikanstadt immerhin 3,7 Prozent und für die Galapagos-Inseln 7,39 Prozent. Was für mich unweigerlich die Frage aufwirft: Gucken Schildkröten etwa auch Pornos? Und falls ja – mit welchen Folgen?

Wenn Sie nun meinen, dass ich mir den lieben langen Arbeitstag mit Porno-Statistiken vertreibe, muss ich Sie allerdings enttäuschen. Längst habe ich mich anderen Recherchen zugewandt: Wie viele Einwohner von Papua-Neuguinea kauen auf den Fingernägeln? Und welcher Anteil der Bevölkerung von Patagonien leidet unter Fußpilz? Bleiben Sie am Ball und lesen Sie regelmäßig Ihren „Silberblick“ – nur hier gibt es Informationen, die die Welt nicht braucht.

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