Der wöchentliche Silberblick Sehr sehr gut aufgestellt: Die Phrasen des Alltags

Eine Kolumne von Joachim Schmitz | 25.07.2015, 06:58 Uhr

In unserer wöchentlichen Kolumne „Silberblick“ berichtet die Kulturredaktion über mehr oder weniger skurrile Beobachtungen aus Alltag und dem Kulturleben. In dieser Woche geht es um die schlimmsten Phrasen in unserem Alltag:

Moinsen, liebe Leser. Wie geil ist das denn?! Manchmal schleichen sich Worte und Redewendungen in den eigenen Wortschatz, die einfach nur ein Stück weit nerven. Erst die Mitmenschen und dann einen selbst. Aber hallo! Wenn man sich dabei erwischt, auf die freundliche Frage, wie’s denn so geht, mit einem „Muss ja“ oder „Gestern ging’s noch“ zu antworten – ist das etwa eine gute Performance? Nein, das ist leider gar nicht geil.

Diese Woche hat mich ein Freund dabei ertappt, dass ich neuerdings zum Super-Superlativ neige. Als ich ihm von einer Reise berichtete und zum wiederholten Male erwähnte, dass es wirklich sehr sehr schön gewesen sei, die Wohnung sehr sehr komfortabel und zudem auch noch sehr sehr zentrumsnah, maulte er: „Sehr sehr ist das neue Supi.“

Was ich erst mal nicht wirklich zeitnah nachvollziehen konnte, denn „Supi“ gehörte noch nie zu meinem Wortschatz, hundertprozentig! So eine Phrase habe ich bis heute noch nicht mal angedacht. Und dennoch haben mich seine Worte ein Stück weit betroffen gemacht.

Aber Selbsterkenntnis ist nun mal der erste Schritt zur Besserung, denke ich mir nun und achte wahnsinnig darauf, nicht ständig „sehr sehr“ zu sagen. Mittlerweile bin ich wohl auch auf einem guten Weg, sprachlich bald wieder besser aufgestellt zu sein. Denn es wäre doch sehr sehr schade, wenn ich auch noch Geld in die Hand nehmen müsste, um mich logopädisch neu aufstellen zu lassen. Das geht doch gar nicht! Tschüssikowski.

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