Comic-Zeichner starten große Aktion zum Jahrestag Spiderman denkt an 9/11

01.09.2011, 14:50 Uhr

Am zehnten Jahrestag der Terroranschläge auf das World Trade Center wird auch auf den Comicseiten amerikanischer Sonntagszeitungen der Opfer des 11. September 2001 gedacht. Dann wird sich „Hägar der Schreckliche“ bei den Rettungskräften bedanken und „Spider-Man“ die Feuerwehrmänner rühmen. Wie der Verlag King Features gestern auf seiner Webseite mitteilte, beteiligen sich rund hundert Künstler an der Aktion „Cartoonists Remember 9/11“. Ihre Zeichnungen werden am 11. September dieses Jahres erstmals veröffentlicht.

Unter anderen brachten Mike Curtis und Joe Staton („Dick Tracy“), Tom Armstrong („Marvin“) und Stan Lee („Spider-Man“) ihre Gedanken zu den tragischen Ereignissen des 11. September 2001 aufs Papier. „Hägar der Schreckliche“, 1973 von Dik Browne erfunden, wird heute von dessen Sohn Chris Browne gezeichnet. Nach ihrem Erscheinen in den Zeitungen sollen die Original-Comics in mehreren US-Museen ausgestellt werden, darunter dem Newseum in Washington, dem Cartoon Art Museum in San Francisco, dem Toonseum in Pittsburgh und dem Museum of Comic and Cartoon Art in New York.

Die Idee, Comic-Helden für politische Kontexte umzufunktionieren, hat Geschichte: Schon in den 40ern schickte Walt Disney seine Helden in den Kampf gegen die Nazis. Das bekannteste Beispiel der Propaganda-Schlacht aus Entenhausen ist ein rund achtminütiger Cartoon mit dem eigenartigen Titel „Der Fuehrer’s Face“. Darin leistet Donald Duck unter manischen Heil-Rufen Zwangsarbeit in einer von Hitlers Munitionsfabriken. Das Horrorszenario nimmt immer albtraumhaftere Züge an – bis es sich zu guter Letzt tatsächlich als schlechter Traum entpuppt. Im Stars-and-Stripes-Pyjama erwacht die Ente und umarmt erleichtert die Freiheitsstatue. 1943 gab es einen Oscar dafür.