Brite nach Berlin berufen Neil MacGregor wird Intendant des Humboldt-Forums

Meinung – Dr. Stefan Lüddemann | 08.04.2015, 20:08 Uhr

Neil MacGregor wird erster Intendant des Berliner Humboldt-Forums. Eine sehr gute Wahl, denn MacGregor kann komplexe Geschichte bestens vermitteln. Ein Kommentar.

Sicher, Neil MacGregor ist Angela Merkels Liebling. Aber das ändert nichts daran, dass mit dem britischen Museumschef der ideale Intendant für das Berliner Humboldtforum gefunden worden ist. Dieser Mann allein scheint zu gewährleisten, was in den Augen vieler Beobachter bislang dem Humboldtforum abgeht – das schlagende, weil stringente Konzept.

Kein Wunder. MacGregor hat zuletzt mit seiner Londoner Ausstellung über Deutschland gezeigt, wie er Kultur vermitteln kann – auch über die Grenzen der Kontroverse hinweg. Und mit seiner „Geschichte der Welt in 100 Objekten“ demonstrierte er schlagend, wie sich komplexe Themen in ebenso fassliche wie spannende Geschichten übertragen lassen. Liegt darin schon eine Leitidee für das Humboldtforum?

 Wie geht die Stiftung Preußischer Kulturbesitz eigentlich mit Exponaten aus menschlichen Überresten um? Hier der Kommentar zu Rückgabeforderungen. 

Neil MacGregor überzeugt als Museumsleiter mit strategischem Gespür und als geschickter Vermittler. Vor allem wird er auch im Hinblick auf das Humboldtforum einen Blick von außen auf deutsche Belange werfen. Das kann dem Projekt nur guttun. Denn als Autoritätsperson und Außenseiter gleichermaßen wird er austarieren können und müssen, was dem Forum nur schaden kann – den absehbaren Verteilungskonflikt um Ausstellungsfläche und inhaltliche Mitsprachen.